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INDIEKINO BERLIN: Filmkritik Der sechste Kontinent
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Der sechste Kontinent

Haus der Solidarität

Das „Haus der Solidarität“ in Brixen, Südtirol, bietet fünfzig Obdachlosen, Geflüchteten, Arbeitslosen und Suchtkranken ein Zuhause.

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Brixen, ein kleiner Ort in Südtirol, ist die Heimstadt für ein außergewöhnliches Projekt: Das „Haus der Solidarität“ bietet fünfzig Menschen ein Zuhause. Obdachlose, Geflüchtete, Arbeitslose, Suchtkranke – das Team um die gelernten Sozialarbeiterinnen Kathi und Miriam und die Quereinsteiger Alexander und Karl urteilt nicht – und doch müssen sie auswählen, was manchmal nicht leicht fällt. Wem gibt man eine Chance: Der Geflüchteten aus Syrien mit ihren zwei Kindern oder dem Obdachlosen, der seinen Job verloren hat und für einige Monate einen festen Wohnsitz benötigt, um wieder Arbeit zu finden? Man möchte nicht in den Schuhen der grundsympathischen Leitung stecken. Sie setzt sich für ihre Bewohner ein, sei es im Ort oder im Haus. Menschen wie Sumi, die vor ihrem gewalttätigen Freund geflüchtet ist. Ousman, ein politischer Flüchtling, musste seine Familie in Afrika verlassen und wird von den Albträumen seiner Vergangenheit gequält. Der Tunesier Hatem ist ausgebildeter Koch, der durch die Wirtschaftskrise auf der Straße landete und wieder auf die Beine kommen will. Die Sorgen und der Wunsch, seine Familie zurück nach Italien zu holen, bringen ihn um den Schlaf. Der Ex-Alkoholiker und Knasti Ervin ist der einzige Dauerbewohner des Hauses, denn eigentlich ist nach zwei Jahren Schluss, und die Bewohner werden ins Leben da draußen zurück begleitet, aber nie allein gelassen, wenn sie es nicht wünschen. Ihnen allen bietet das Haus eine zweite Chance. Doch als der Umzug der Einrichtung in ein neues Gebäude ansteht, können nicht alle mit. Andreas Pichler begleitet die ungewöhnliche Wohngemeinschaft bei diesem schwierigen Schritt. Er fördert tragische Biografien ans Licht, die im Vorbeigehen verborgen bleiben. DER SECHSTE KONTINENT ist ein berührender Dokumentarfilm, der die Menschlichkeit beschwört.

Lars Tunçay

Details

Deutschland 2017, 85 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Andreas Pichler
Kamera: Susanne Schüle, Martin Rattini
Schnitt: Nela Märki
Verleih: Real Fiction Filmverleih
Kinostart: 07.06.2018

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