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Der Astronaut – Project Hail Mary

Knuddeliges Personal

Mehr noch als das Buch ist DER ASTRONAUT eine Geschichte über intergalaktische Kommunikation und kooperative Problemlösung - sympathisch erzählt mit knuddeligem Personal, Imax-Weltraum-Bildern, einem epischen Score und weitgehend realen Sets.

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Ryland Grace (Ryan Gosling) wacht in einem Raumschiff aus dem Koma auf und kann sich an nichts erinnern. Neben ihm liegen zwei tote Kolleg*innen, und nachdem er ein paar Berechnungen angestellt hat, realisiert er, dass die „Sonne“, die er sieht, gar nicht die Sonne ist, sondern dass er in einem Sonnensystem Lichtjahre von der Erde entfernt Kurs auf Tau Ceti nimmt. Während er versucht, sich in der neuen Umgebung zu orientieren, kehren langsam die Erinnerungen zurück. Stück für Stück erinnert er sich an eine Vergangenheit, in der er eigentlich ein einfacher Physiklehrer war, bis eine apokalyptische Bedrohung sein Spezialwissen aus dem Studium nötig machte. Wie er genau auf das Raumschiff kam, bleibt ihm weiter unklar. Dafür ist er dort irgendwann bald nicht mehr alleine: Auf seiner Route befindet sich ein weiteres Flugobjekt, das nicht von der Erde kommt, und dessen einziger Insasse wie Ryland auf der Suche nach einem Weg ist, um seinen Planeten vor dem Untergang zu bewahren. Ryland nimmt Kontakt zu dem Wesen, das einem Stein mit Armen gleicht, auf und tauft ihn Rocky.

Im Buch „Project Hail Mary“, das dem Film zugrunde liegt, konstruiert Andy Weir einen intergalaktischen „hard“ Sci-Fi, der über weite Strecken plausible Untergangsszenarien auf der Basis von „harten“ wissenschaftlichen Fakten entwirft – und dann einen sozial eher ungeschickten aber cleveren und sympathischen Typen losschickt und seinen neu gefundenen Alien-Buddy losschickt, um Lösungen zu finden. Der Sog, den das Buch entfaltet, liegt vor allem im Mitdenken. Entlang der inneren Monologe von Ryland erschließt sich im Trial-and-Error-Verfahren nach und nach, was genau die Erde bedroht, was sich da eventuell machen ließe, und wie halsbrecherisch diese Ideen sind. Der Ausgangspunkt ist dabei folgender: Hobbyastronom*innen aus der ganzen Welt haben festgestellt, dass nicht nur Sonne, sondern auch fast alle Sterne dunkler werden. Irgendetwas frisst Licht, und eine neue Eiszeit droht. Schuld ist möglicherweise ein mikroskopisch kleines Wesen, dass Wissenschaftler*innen im All eingesammelt und Astrophage getauft haben, und die globale Task-Force-Managerin Eva Stratt (Sandra Hüller) rekrutiert ein internationales Team aus Wissenschaftler*innen – und Ryland Grace.

Sandra Hüller ist fantastisch als staubtrockene und lakonische Eva Stratt (und entspricht ziemlich genau der Person, die ich mir beim Lesen vorgestellt hatte). Hüller ist damit endgültig im internationalen Super-Stardom angekommen. Ryan Gosling ist verpeilter und verträumter als sein Buch-Gegenüber, mit einem Hauch Kiffer-Surfer, und verbreitet damit eine für den Film gut funktionierende Leichtigkeit. Rocky ist für einen beseelten Stein ziemlich ungedultig und gelegentlich sogar sarkastisch. Beeindruckend ist, wie die sehr treue Adaption es schafft, ohne Off-Stimme auszukommen, indem sie Rylands Ich-Erzählung mit Selbstgesprächen, Videoaufzeichnungen und Dialogen ersetzt.
Mehr noch als das Buch ist DER ASTRONAUT eine Geschichte über intergalaktische Kommunikation und kooperative Problemlösung - sympathisch erzählt mit knuddeligem Personal, Imax-Weltraum-Bildern, einem fetten (gelegentlich zu fettem) Score und weitgehend realen Sets. Für mich kommt der Film an die Faszination des Buches nicht heran: Zum einen fehlen natürlich Überraschungsmomente, wenn man den Plot schon kennt. Vor allem aber fehlt der immersive, hochspannende und kleinteilige Prozesse des Miträtselns, der das Buch zum Thriller macht, und der auch bei einer Filmlänge von 2,5 Stunden nur in Ansätzen reproduzierbar ist. Was bleibt ist ein von der Erzählung her etwas umständliches aber grundsympathisches Space-Buddy-Movie.

Hendrike Bake

Details

Originaltitel: Project Hail Mary
USA 2026, 156 min
Sprache: Englisch
Genre: Science Fiction
Regie: Phil Lord, Chris Miller
Drehbuch: Drew Goddard
Kamera: Greig Fraser
Verleih: Sony Pictures
Darsteller: Ryan Gosling, Sandra Hüller, Ken Leung, Milana Vayntrub
Kinostart: 19.03.2026

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Der Astronaut - Project Hail Mary

(Project Hail Mary) | USA 2026 | Science Fiction | R: Phil Lord, Chris Miller

Mehr noch als das Buch ist DER ASTRONAUT eine Geschichte über intergalaktische Kommunikation und kooperative Problemlösung - sympathisch erzählt mit knuddeligem Personal, Imax-Weltraum-Bildern, einem epischen Score und weitgehend realen Sets.

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