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Dead of Winter – Eisige Stille

Action in bitterer Kälte

Hier agiert keine plötzliche Superheldin, sondern eine ältere Frau, die bei jedem Aufstehen ächzt, sich davon aber nicht aufhalten lässt.

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Emma Thompson als hartgesottene Trailerbewohnerin aus Minnesota zu besetzen, ist ein gewagter Schachzug, aber noch lange nicht die wildeste Idee in DEAD OF NIGHT. Warum Barb (Thompson) beschließt, trotz des Wetters – es sind ein Schneesturm und Temperaturen unter -15  Grad angesagt – mit ihrem alten Pritschenwagen an einen abgelegenen See zum Eisfischen zu fahren, enthüllt sich erst nach und nach. Unterwegs macht sie an einem einsamen Gehöft halt, um nach dem Weg zu fragen, und sieht Blutspuren im Schnee. Ein barscher Mann (Marc Menchaca) wimmelt sie ab, denn er hat etwas zu verbergen: Im Keller der Hütte halten er und seine zu allem entschlossene Ehefrau (Judy Greer) eine junge Frau (Laurel Marsden) gefangen. Zu welchem haarsträubenden Zweck enthüllt sich ebenfalls erst mit der Zeit. Sobald Barb der Entführung gewahr wird, macht sie sich daran, die Frau zu befreien. Dabei stehen ihr weder Schnelligkeit noch Muskelkraft oder ein Waffenarsenal zur Verfügung, sondern nur Pragmatismus, Zähigkeit, Lebenserfahrung und Nähe zur Natur. Die monochrome Winterlandschaft (die übrigens in Finnland und NRW gedreht ist) mit den schwarzen Wäldern und dem riesigen gefrorenen See, auf dem sich auch Teile der Handlung abspielen, ist eindrucksvoll trist, und die bittere Kälte, in der sich das Drama abspielt, ist durchweg zu spüren. Barbs mühsame Versuche, die Entführer zu übertölpeln, sind glaubwürdig gespielt. Hier agiert keine plötzliche Superheldin, sondern eine ältere Frau, die bei jedem Aufstehen ächzt, sich davon aber nicht aufhalten lässt. Weniger gut funktionieren die sentimentalen Rückblenden in Barbs Eheleben und ein Plot, der eine fiese Schock-Horror-Prämisse im Zentrum hat und mehr Löcher aufweist als ein See nach dem Eisfischen.

Hendrike Bake

Details

Originaltitel: Dead of Winter
USA/Deutschland 2025, 97 min
Genre: Thriller
Regie: Brian Kirk
Drehbuch: Nicholas Jacobson-Larson, Dalton Leeb
Kamera: Christopher Ross
Schnitt: Tim Murrell
Verleih: Leonine
Darsteller: Emma Thompson, Judy Greer, Marc Menchaca, Laurel Marsden, Gaia Wise
Kinostart: 19.02.2026

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