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Das Wetter in geschlossenen Räumen

Trinken im Hotel

Dorothea (Maria Furtwängler) ist Entwicklungshelferin in irgendeinem arabischen Land, trinkt sich aber vor allem durch Partys und Empfänge und lädt Männer in ihr Hotelzimmer ein. Als der junge Gigolo Alec mehr will, gibt es ein Problem.

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Nach Entwicklungshilfe sieht es wahrlich nicht aus, was Dorothea da treibt. Dorotheas Leben spielt sich vornehmlich im Hotelzimmer und in Konferenzräumen ab. Das Hotel, eine Festung inmitten des Sturms, wirkt wie eine Blase, während draußen die Sprengkörper detonieren. Da ist es auch nicht wirklich von Belang, in welchem arabischen Land wir uns hier befinden. Es ist irgendein Konflikt von vielen, den Dorothea mit Diplomatie und aalglattem Auftreten zu lösen versucht. Zwischendurch bewegt sie sich aufgetakelt durch Partys und Empfänge und verkauft ihre Idee: Ein Flüchtlingsmädchen soll ein Stipendium für ein Londoner College erhalten. Doch die Suche nach der geeigneten Kandidatin gestaltet sich schwierig. Nicht, dass sich Dorothea persönlich darum kümmern würde. Sie verbringt ihre Zeit lieber damit, sich zu betrinken und Männer in ihr Hotelzimmer einzuladen. Mit dem jungen Gigolo Alec scheint sie zumindest eine Konstante in ihren Bettbekanntschaften gefunden zu haben. Aber als der mehr will, wird das zum Problem.
Maria Furtwängler gibt mit dem reduziert inszenierten Drama DAS WETTER IN GESCHLOSSENEN RÄUMEN ihr Kinodebüt und legt sich ins Zeug. Sie ist in nahezu jeder Einstellung zu sehen, meist alkoholisiert, aber makellos, bis ihr die Welt unter den Füßen wegbröselt und sich das auch in ihrem Äußeren spiegelt. Leider erschöpft sich Stevers Drehbuch darin, ihre Bettgeschichten und Eskapaden auszubreiten und dieser narrative Stillstand zehrt an der Geduld des Zuschauers. Nach der dritten, vierten Wiederholung wird wohl auch der Letzte begriffen haben, dass sich Dorothea betäubt, um die Welt, durch die sie sich bewegt, nicht an sich herankommen zu lassen. Mehr ist da nicht – und das ist etwas wenig für einen Kinofilm.

Lars Tunçay

Details

Deutschland / Österreich 2015, 96 min
Sprache: Deutsch
Regie: Isabelle Stever
Drehbuch: Isabelle Stever
Kamera: Phillip Kaminiak
Schnitt: Oliver Neumann
Musik: Yoyo Röhm
Verleih: movienet Filmverleih
Darsteller: Maria Furtwängler, Mehmet Sözer, Anne von Keller
Kinostart: 28.01.2016

Vorführungen

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