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Das Los des Fremden

Flucht als Thriller

Die Geschichte beschreibt fünf Schicksale im und um den syrischen Bürgerkrieg, die auf tragische Weise miteinander verwoben sind.

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Brandt Andersen stellt seinem Film die entscheidenden Sätze aus dem elisabethanischen Drama „Sir Thomas More“ voran. Darin mahnt der titelgebende Redner einen Mob aufständischer Engländer, dass ihr Hass auf die Fremden und Vertriebenen sie jeglicher Menschlichkeit beraube. Das darauffolgende Drama, dessen Titel ein Zitat aus jenem ergreifenden Appell aufgreift, ist mit ähnlichem Nachdruck und einer spürbaren Dringlichkeit gefilmt, tappt letztlich jedoch in die gleiche Falle, wie die Ungläubigen in Shakespeares Theaterstück. Die Geschichte beschreibt fünf Schicksale im und um den syrischen Bürgerkrieg, die auf tragische Weise miteinander verwoben sind: Die Kinderchirurgin Amira (Yasmine Al Massri) versucht, nach einem schweren Bombenangriff überstürzt mit ihrer Tochter aus Aleppo zu entkommen. Dabei trifft sie zunächst auf einen desillusionierten Soldaten (Yahya Mahaini), der den Befehl erhält, die Flüchtigen zu erschießen – doch er drückt nicht ab. Später im Auffanglager begegnet Amira einem Dichter (Ziad Bakri), der wie sie verzweifelt versucht, seine Familie zu beschützen. Auf der anderen Seite des moralischen Spektrums stehen ein Schmuggler (Omar Sy) in der Türkei sowie ein griechischer Küstenwache-Kapitän (Constantine Markoulakis).
Andersen beendet die einzelnen Episoden jeweils mit einem Cliffhanger, der die Spannung hält. Eine kühle, bedrückende Kameraführung, das beeindruckende Sounddesign und die mächtige Filmmusik tun ihr Übriges, um eine düstere, klaustrophobische Atmosphäre zu schaffen. DAS LOS DES FREMDEN ist zweifelsohne ein Thriller, der sich gekonnt der Klaviatur des Genres bedient. Nur vergisst der Regisseur darüber hinaus eben jene Menschlichkeit, die er zu Beginn eingefordert hat; ein tieferer Blick auf die konkreten Einzelschicksale jenseits stereotyper Darstellungen fehlt.

Pamela Jahn

Details

Originaltitel: I Was A Stranger
Jordanien/Palästina/USA 2024, 97 min
Genre: Drama
Regie: Brandt Andersen
Drehbuch: Brandt Andersen
Kamera: Jonathan Sela
Schnitt: Jeff Seibeneck
Musik: Nick Chuba
Verleih: Kinostar
Darsteller: Yasmine Al Massri, Yahya Mahayni, Omar Sy, Constantine Markoulakis, Jason Beghe
FSK: 16
Kinostart: 18.06.2026

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Das Los des Fremden

(I Was A Stranger) | Jordanien/Palästina/USA 2024 | Drama | R: Brandt Andersen | FSK: 16

Die Geschichte beschreibt fünf Schicksale im und um den syrischen Bürgerkrieg, die auf tragische Weise miteinander verwoben sind.

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