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Daniel Hope – Der Klang des Lebens

Porträt des Geigenvirtuosen

Mit seinem Porträt des südafrikanischen Geigenvirtuosen Daniel Hope greift der Hamburger Filmemacher Nahuel Lopez (EL VIAJE) erneut die Themen Emigration und interkulturelle Identität auf.

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Es ist kein Wunder, dass sich der Hamburger Autor und Filmemacher Nahuel Lopez bei seinem zweiten Dokumentarfilm für ein Porträt des 44-jährigen Geigenvirtuosen Daniel Hope entschieden hat: Der im südafrikanischen Durban geborene Musiker wächst nach der Flucht seiner regimekritischen Eltern vor dem Apartheidsregime in London auf, wo er als kleiner Junge eher zufällig im Hause des großen Yehudi Menuhin mit der Leidenschaft für die Königin der Streichinstrumente infiziert wird. Während es mit seiner Karriere steil bergauf geht, erfährt er zudem von der Geschichte seiner jüdischen Großeltern, die 1933 durch die Nationalsozialisten aus ihrer Villa in Berlin-Dahlem vertrieben wurden. In seinem Buch „Familienstücke“ setzt sich Hope 2007 ausgiebig mit dieser bewegten Familiengeschichte auseinander.
Auch Regisseur Lopez fühlt sich mehreren Kulturen zugehörig, er hat sowohl deutsche als auch chilenische Wurzeln und wächst als Kind an der Alster und in Barcelona auf. Migration, Flucht und kulturelle Identität spielten bereits im Vorgängerfilm EL VIAJE eine Rolle, in dem er sich mit dem Ärzte-Bassisten Rodrigo Gonzales, mit dem er sich auf die Spuren von dessen musikalischen Wurzeln in Chile begibt. Mit DER KLANG DES LEBENS kann Lopez sein Sujet nun noch einmal erweitern. Er überlagert die persönlichen Zeitlinien der Familiengeschichte des Geigers und seiner aktuellen musikalischen Aktivitäten, beispielsweise als Musikdirektor des Züricher Kammerorchesters, mit der Geschichte von Exilanten wie Kurt Weill oder Thomas Mann, dessen Villa in Los Angeles Hope besucht. Auch für den Geiger ist dies ein Lebensthema: In seiner Buchveröffentlichung "Sounds of Hollywood" und dem Album "Escape To Paradise" hat er bereits selbst der Geschichte der jüdischen Komponisten in den USA, nach ihrer Flucht aus Nazi-Deutschland nachgespürt.

Jens Mayer

Details

Deutschland 2017, 108 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Nahuel Lopez
Drehbuch: Oliver Keidel, Nahuel Lopez
Kamera: Florian Kirchler
Schnitt: Oliver Keidel
Verleih: mindjazz pictures
FSK: oA
Kinostart: 19.10.2017

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