Neue Notiz
Crocodile Tears
Sumpfiges Gemisch
Co-Abhängigkeit, Trauer bis zur Psychose und unbeirrbare Verliebtheit vermischen sich unter der Beobachtung der Reptilienaugen und unter der indonesischen Sonne zu einem sumpfigen Gemisch.
Wenn Krokodile, Alligatoren und Kaimane fressen, sondern sie manchmal ein Sekret aus den Augen ab. Das biologisch ungeklärte Phänomen führte zur Redensart, jemand weine Krokodilstränen, wenn eine Trauer vorgetäuscht scheint. Diese Redensart, die es auch im krokodilreichen Indonesien gibt, ist titelgebend für Tumpal Tampubolons Spielfilmdebüt CROCODILE TEARS (Air Mata Buaya).
Der junge, empathische Johan lebt mit seiner überfürsorglichen Mutter auf einer Krokodilfarm. Die beiden arbeiten zusammen und schlafen in einem Bett. Seine Mutter hat aber nicht nur zu Johan ein enges, quasiromantisches Verhältnis, sondern auch zu einem weißen Krokodil, das die Hauptattraktion des Parks ist. Nachts wird sie wie schlafwandlerisch von diesem Krokodil angezogen und scheint selbst zu einem Reptil zu werden. Als die ebenso junge Arumi in der Stadt auftaucht, beginnt das Unvermeidliche: Ein mutterförmiger Keil treibt sich zwischen Johan und Arumi. Der ist zugleich auch krokodilförmig.
CROCODILE TEARS schichtet munter Modi des Coming-of-Age, des Creature Feature und des Horrors nach Jordan Peele (GET OUT) in- und übereinander und wird zusammengehalten von den psychosozialen Bewegungen seiner Figuren. Co-Abhängigkeit, Trauer bis zur Psychose und unbeirrbare Verliebtheit vermischen sich unter der Beobachtung der Reptilienaugen und unter der indonesischen Sonne zu einem sumpfigen Gemisch. Der Film ist dann einnehmend, wenn er die Haptik von Krokodilsschuppen, den Geruch seiner Figuren als Schweiß und Parfüm oder die Nähe und Distanz zu Gefahr untersucht, also wenn er körperlich wird, aber auf der Strecke gelingt es ihm nicht, die atmosphärische Spannung zu halten und in eine greifbare Idee zu überführen. Er weint Krokodilstränen, aber er kann auch nicht erklären, warum sie geweint werden.
Originaltitel: Air Mata Buaya
Indonesien/ Frankreich/ Singapur/ Deutschland 2024, 98 min
Genre: Thriller, Drama
Regie: Tumpal Tampubolon
Drehbuch: Tumpal Tampubolon
Kamera: Teck Siang Lim
Verleih: CCC Cologne Cine Collective
Darsteller: Yusuf Mahardika, Marissa Anita, Zulfa Maharani
FSK: 12
Kinostart: 26.02.2026
Website
IMDB
Vorführungen
Crocodile Tears
(Air Mata Buaya) | Indonesien/ Frankreich/ Singapur/ Deutschland 2024 | Thriller, Drama | R: Tumpal Tampubolon | FSK: 12
Co-Abhängigkeit, Trauer bis zur Psychose und unbeirrbare Verliebtheit vermischen sich unter der Beobachtung der Reptilienaugen und unter der indonesischen Sonne zu einem sumpfigen Gemisch.
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