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Come On, Come On

Momentaufnahmen

Der Radiojournalist Johnny interviewt Kinder zu ihren Plänen, Sorgen und dem was sie glücklich macht. Als seine Schwester Vivien ihren psychisch kranken Ex-Ehemann umsorgen muss, übernimmt Johnny die Aufgabe, sich um Viviens neunjährigen Sohn Jesse zu kümmern.

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Mike Mills’ COME ON, COME ON unterscheidet sich erheblich und erfreulich von Disney-Familiengeschichten, in denen Probleme dazu da sind, sie zu lösen, und Krisen dazu, sie zu überwinden und daran zu wachsen. Hier geht es gerade nicht darum, sich seinen Traum zu erfüllen, indem man möglichst fest daran glaubt, sondern darum, überhaupt irgendwie klar zu kommen – und Vergnügen auch dann zu finden, wenn die Lage kompliziert ist.

Der Radiojournalist Johnny (Joaquin Phoenix) interviewt Kinder in verschiedenen Städten und Lebenssituationen zu ihren Plänen, Sorgen und dem was sie glücklich macht. Als seine Schwester Vivien (Gaby Hoffmann) ihren psychisch kranken Ex-Ehemann umsorgen muss, übernimmt Johnny die Aufgabe, sich um Viviens neunjährigen Sohn Jesse (Woody Norman) zu kümmern. Jesse kennt seinen Onkel kaum, aber die erste Annäherung gelingt über Johnnys Aufnahmegeräte. Mit Mikrophon und Kopfhörern bewaffnet nimmt Jesse die Geräusche am Strand von Los Angeles auf, und später, als Johnny weiterarbeiten muss, erforscht er die Großstadtklänge in New York und New Orleans. Johnny hat keine Erfahrung damit, Tag und Nacht einen aufgeweckten, aber verstörten kleinen Jungen um sich zu haben. Jesse quasselt pausenlos, hat tausend Theorien, und lässt sich zugleich wenig vormachen. Seine Fragen treffen sicher die wunden Stellen. Johnny fragt sich, wie seine Schwester das permanent aushält und wie jemand es schafft, dabei überhaupt zu arbeiten: „Man gewöhnt sich daran“, sagt die am Telefon. Und allmählich finden Johnny und Jesse zu einem offenen Umgang miteinander, der sich nicht auf die aufregenden Momente der Großstadtentdeckungen beschränkt.

COME ON, COME ON hat weniger eine Handlung, als dass der Film eine Entwicklung schildert. Mills dreht seine Filme in chronologischer Reihenfolge, so dass die Annäherung zwischen Jesse und Johnny gleichzeitig mit der ihrer Darsteller stattfindet. In die Erzählung sind dokumentarische Interviews mit Kindern eingeflochten, die von den Darsteller*innen tatsächlich zu Beginn der jeweiligen Drehtage durchgeführt wurden. In Gesprächen tauchen unvermittelt Szenen aus der Vergangenheit auf, die ebenso Flashbacks der Figuren sein können wie Enthüllungen für das Publikum: das ist damals passiert und ist für jetzt wichtig. Die Titel der Bücher, die Johnny Jesse vorliest oder mit Hilfe derer er versucht, sich zu orientieren, erscheinen auf der Leinwand wie eine Lektüre-Liste. Das erinnert fast an Essay-Filme, aber ähnlich wie zuletzt Paul Thomas Andersons LICORICE PIZZA ist COME ON, COME ON locker strukturiert. Hier geht es eher darum, was in eine Momentaufnahme oder einen bestimmten Zeitraum aus der Vergangenheit hereingreift. Wenn Jesse zu seiner Mutter zurückkehrt, ist der Film zu Ende. Es wird sich etwas verändert haben, aber nicht so zielgerichtet wie in der klassischen Hollywood-Dramaturgie.

COME ON COME ON ist so komisch und rührend, so locker und virtuos, dass sich leicht übersehen lässt, dass Mills hier eine auch filmische (Lebens-)Philosophie vorlegt, die von den einfachen Funktionen des Films ausgeht: Erleben, Entdecken und die Differenz zwischen Gedächtnis-Erinnerung und technischer Aufzeichnung, über die schon die frühesten Filmtheoretiker nachdachten.

Tom Dorow

Details

Originaltitel: C'mon C'mon
USA 2021, 108 min
Genre: Drama
Regie: Mike Mills
Drehbuch: Mike Mills
Kamera: Robbie Ryan
Schnitt: Jennifer Vecchiarello
Musik: Aaron Dessner, Bryce Dessner
Verleih: DCM Film Distribution
Darsteller: Joaquin Phoenix, Scoot McNairy, Gaby Hoffmann, Woody Norman
Kinostart: 24.03.2022

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Come On, Come On

(C'mon C'mon) | USA 2021 | Drama | R: Mike Mills

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