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Cocaine Bear

Ganz besonders gefährlich

Ein Bär nimmt Kokain. Das ist nicht gut. Niemand braucht einen Bär auf Kokain. Der Titel ist gelungen, der Film weniger.

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Sehr lose auf einer wahren Begebenheit basierend frisst ein Schwarzbär einen von diversen Kokainblöcken, die Schmuggler über einem Wald abgeworfen haben. Der echte Bär wurde Monate später tot aufgefunden, ohne nachweislich jemanden angegriffen zu haben. Filmbär „Cokey“ hingegen fängt mit einem Touristenpaar an, bevor Wildhüter*innen und Sanitäter*innen von der weiß bestäubten Schnauze zerfleischt werden. Schulkind DeeDee überlebt ihre erste Begegnung zwar, wird aber vom Bär verschleppt, so dass ihre Mutter Sari (Keri Russell) die Verfolgung aufnimmt. Parallel versuchen Gangster unter der Führung von Boss Syd (Ray Liotta, in einer seiner letzten Rollen), möglichst viel von der verlorenen Ware zu retten, ohne Rücksicht auf die Gesundheit von Bär oder Mensch.
COCAINE BEAR ist ein perfektes Beispiel für das, was man „High Concept Films“ nennt; Alles, was man über die Handlung des Films wissen muss, steckt schon im Titel: Bären sind gefährlich. Leute auf Koks sind aggressiv. Also wäre ein kokainsüchtiger Bär sicher ganz besonders gefährlich und somit ein ideales Filmmonster. Der Film hat weder im Bereich Handlung noch Plausibilität große Ambitionen, und auch die Splattereffekte werden niemandem den Popcornhunger verderben. Die Situationen sind aber einfallsreich, die Dialoge amüsant, und alle Charaktere haben spezielle Eigenheiten, so dass es vielleicht keine großen, wohl aber viele kleine Überraschungen gibt und niemals langweilig wird. Das typisch bunte 1980er-Nostalgie-Setting unterstützt die Künstlichkeit des Ganzen und sorgt dafür, dass der COCAINE BEAR amüsante Popcornunterhaltung bietet.

Christian Klose

Details

USA 2023, 95 min
Genre: Thriller, Tierfilm, Schwarze Komödie
Regie: Elizabeth Banks
Drehbuch: Jimmy Warden
Kamera: John Guleserian
Schnitt: Joel Negron
Verleih: Universal Pictures
Darsteller: Ray Liotta, Keri Russell, Alden Ehrenreich, Margo Martindale, O'Shea Jackson Jr., Isiah Whitlock Jr.
Kinostart: 13.04.2023

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