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Chronos – Fluss der Zeit

Gedankliche Linien

Volker Koepps Film nimmt die Fäden vieler vorheriger auf und erforscht die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs in der Region Sarmatien, die im Laufe der Geschichte immer wieder neu zerteilt und unterschiedlichen Staaten zugeteilt wurde und in Koepps Schaffen zentral ist.

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Man kann die Filme von Volker Koepp auch als Teile eines großen Filmprojekts sehen, jeder ein weiteres Puzzlestück in einer jahrzehntelangen Erforschung von Themen, die nie ausgeschöpft sind: die Landschaften und Menschen des europäischen Ostens und die Risse und Zerstörungen, die immer wieder durch Krieg, Pogrom, Gewalt und staatliche Neuordnungen dieses Gebiet durchziehen. Sein neuer Film nimmt die Fäden vieler vorheriger auf und erforscht die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs in der Region Sarmatien, die im Laufe der Geschichte immer wieder neu zerteilt und unterschiedlichen Staaten zugeteilt wurde und in Koepps Schaffen zentral ist. Viele Gesprächspartner*innen begleitet er schon seit vielen Filmen, und die komplexe Montage von Interviewsequenzen aus verschiedenen Zeiten schafft gedankliche Linien weit über die Zeit seit dem russischen Angriff hinaus. Die Kontinuitäten, die sich aus dem historischen Chaos kristallisieren, sind düster: die Erfahrung von Gewalt und Vertreibung, von Nazideutschland und Russland bzw. der Sowjetunion als imperialistischen Aggressoren und ganz zentral der jahrhundertealte Antisemitismus, der nicht nur in der deutschen Gegenwart wieder gefährlich groß wird. In die teils wunderschönen Bilder von Landschaften werden durch diesen Kontext viele individuelle Geschichten eingeschrieben, oft schmerzlich, oft aber auch voller Lebensfreude und Widerstandskraft. Glücklicherweise gibt es neben der Perpetuierung von Gewalt noch einen weiteren roten Faden in Koepps filmischem Universum: Die Kraft der Poesie und des freien Nachdenkens über die eigene und die politische Situation. Die ukrainische Wissenschaftlerin Tanja Kloubert, die belarussische Dichterin Volya Hapeyeva und die moldawische Regisseurin Ana-Felicia Scutelnicu, alle drei häufige Protagonistinnen, verkörpern sie auf beeindruckende Weise.

Susanne Stern

Details

Originaltitel: Chronos – Flow Of Time
Deutschland 2026, 198 min
Genre: Dokumentarischer Film, Naturfilm
Regie: Volker Koepp
Verleih: Edition Salzgeber
Darsteller: Tanja Kloubert, Anetta Kahane, Volha Hapeyeva, Ana-Felicia Scutelnicu
Kinostart: 12.03.2026

NEUSTART

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Chronos - Fluss der Zeit

(Chronos – Flow Of Time) | Deutschland 2026 | Dokumentarischer Film, Naturfilm | R: Volker Koepp | NEUSTART

Volker Koepps Film nimmt die Fäden vieler vorheriger auf und erforscht die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs in der Region Sarmatien, die im Laufe der Geschichte immer wieder neu zerteilt und unterschiedlichen Staaten zugeteilt wurde und in Koepps Schaffen zentral ist.

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