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Calle Málaga – Ein Zuhause in Tanger

Grazie und Gewieftheit

Marías Tochter Clara möchte das Appartement der alten Dame verkaufen, aber die Alternativen, entweder zu ihrer Tochter nach Madrid, oder in ein Seniorenheim zu ziehen, sind für María keine Option.

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Durch das offene Balkonfenster dringen die Rufe der Händler in die gemütliche Wohnung von María Ángeles, gelegen im spanischen Viertel von Tanger. Die marokkanische Hafenstadt ist ihr Zuhause. Die 79-Jährige versteht sich gut mit ihren Nachbarn und liebt ihre vier Wände, die gefüllt sind mit alten Möbeln, Erinnerungsstücken und jeder Menge Küchenutensilien. María versteht es zu leben. Sie genießt es, zu kochen und zu essen, ihre Blumen zu pflegen und das Farbenspiel der Glasperlen an ihrem Kronleuchter zu bewundern. Als ihre Tochter Clara unangemeldet und gestresst nach langer Abwesenheit auftaucht, ahnt die alte Dame schon, dass das nichts Gutes bedeuten kann. Dass Clara aber das Apartment möglichst umgehend, aus Geldnot, verkaufen will, setzt sie zunächst unter Schock. Die beiden Aussichten, entweder zu ihrer Tochter nach Madrid, oder in ein Seniorenheim zu ziehen, sind für María keine Option.

Maryam Touzani legt ihren erzählerischen Fokus nicht auf den Mutter-Tochter-Konflikt und reißt nur an, dass es über die Jahre eine Entfremdung gegeben haben muss. Gründe sind vielleicht die unglückliche Ehe von Clara, ihre nervenaufreibende Scheidung, oder die Erwartungshaltung der Tochter an ihre Mutter, bei der Betreuung der Enkel doch eigentlich einspringen zu müssen. All das lässt die Regie im Raum stehen und baut auch keine dramaturgischen Brücken zwischen den beiden Frauen. Vielmehr lässt sie Carmen Maura als María mit viel Grazie und Gewieftheit rebellieren und dabei aufblühen. Wer sagt, dass man sich als offensichtlich alte Frau fügen soll, wer spricht ihr ab, noch eigene Wünsche zu haben? Und mit dem Antiquitätenhändler Abslam kommt sogar wieder Begehren und Erotik ins Spiel. Touzanis Geschichte kommt beschwingt und sinnlich daher, gleitet aber, dank Mauras und auch Marta Eturas intensiven Spiels als Clara, nie ins Seichte ab. Und hat wohl auch deshalb auf zahlreichen Festivals, unter anderem in Venedig, den Publikumspreis gewonnen.

Susanne Kim

Details

Originaltitel: Calle Malaga
Marokko/ Frankreich/ Spanien/ Deutschland/ Belgien 2026, 116 min
Sprache: Spanisch, Arabisch
Genre: Drama
Regie: Maryam Touzani
Drehbuch: Maryam Touzani
Kamera: Virginie Surdej
Schnitt: Eve Martin, Samir Issoum
Musik: Freya Arde
Verleih: Pandora Filmverleih
Darsteller: Carmen Maura, Marta Etura
Kinostart: 26.03.2026

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Calle Málaga - Ein Zuhause in Tanger

(Calle Malaga) | Marokko/ Frankreich/ Spanien/ Deutschland/ Belgien 2026 | Drama | R: Maryam Touzani

Marías Tochter Clara möchte das Appartement der alten Dame verkaufen, aber die Alternativen, entweder zu ihrer Tochter nach Madrid, oder in ein Seniorenheim zu ziehen, sind für María keine Option.

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