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Bruno – Die lange Heimreise

Brutal und magisch

Daniel lebt allein mit seinem Hund Bruno und repariert Elektrogeräte – bis er alles verliert. BRUNO ist ein kluger, behutsamer Film, der in bester Tradition des britischen Sozialrealismus einen Menschen in prekärer Lage porträtiert und deutlich zeigt, wie schwer es ist, da aus eigener Faust wieder herauszufinden.

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Wortlos – denn er hat niemanden zum Reden – verlebt Daniel (Diarmaid Murtagh) in London seinen Alltag. Tags geht er mit dem Hund Bruno in den Park, ist Zaungast bei den kommunalen Aktivitäten der anderen. In seiner Garage an den Gleisen isst er mit Bruno zu Abend und repariert bei Schummerlicht Elektrogeräte. Nachts räumt er den Partymüll vom Spielplatz weg, damit die Kinder morgen wieder klettern können. Wir wissen nichts über ihn außer das, was wir sehen, so wie er selbst nur in der Gegenwart lebt. Trotzdem oder gerade deshalb sind wir nah bei ihm. Die Kamera bleibt dicht hinter ihm, verfolgt ihn, obwohl er nicht verfolgt werden will. Man fühlt sich beinahe lästig, will er doch bloß alleine sein – oder? Mit Daniel erleben wir, was passiert, wenn man auch das Letzte noch verliert: Erst das schäbige Dach über dem Kopf, dann Bruno. Wie man obdachlos wird, wie man schmutzig wird und stinkt, dass die anderen einen schräg angucken, wie man in Streite gerät und mit blutiger Nase auf dem Asphalt landet. Draußen ist feindlich – der ohrenbetäubende Lärm vorbeziehender Lkws, die vielen Menschen. Die desorientierende Bildsprache zieht uns immer tiefer in Daniels Gefühlswelt. Diese wird zusätzlich durcheinandergewirbelt, als er auf dem Spielplatz einen einsamen Jungen (Woody Norman) findet, der nicht nach Hause will. Ein verlorener Hund, ein verlorener Junge, ein verlorener Mann – aber heute ist eine Nacht, um verlorene Dinge wiederzufinden. BRUNO ist ein kluger, behutsamer Film, der in bester Tradition des britischen Sozialrealismus einen Menschen in prekärer Lage porträtiert und deutlich zeigt, wie schwer es ist, da aus eigener Faust wieder herauszufinden. Genau wie das Leben ist auch dieser Film manchmal brutal, manchmal magisch, ein großes, schlimmes Abenteuer, und man ist am Ende doch froh, dass man dabei war.

Eva Szulkowski

Details

Originaltitel: Bruno
Großbritannien 2019, 95 min
Genre: Drama
Regie: Karl Golden
Drehbuch: Karl Golden
Kamera: Jalaludin Trautmann
Verleih: Filmperlen
Darsteller: Diarmaid Murtagh, Woody Norman, Seun Shote, Scarlett Alice Johnson
FSK: 6
Kinostart: 15.10.2020

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Bruno - Die lange Heimreise

(Bruno) | Großbritannien 2019 | Drama | R: Karl Golden | FSK: 6

Daniel lebt allein mit seinem Hund Bruno und repariert Elektrogeräte – bis er alles verliert. BRUNO ist ein kluger, behutsamer Film, der in bester Tradition des britischen Sozialrealismus einen Menschen in prekärer Lage porträtiert und deutlich zeigt, wie schwer es ist, da aus eigener Faust wieder herauszufinden.

Vorführungen

Acud Kino

25.10. – So

TicketsKartenreservierung: https://acudkino.de/Programm OmU17:00

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