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Born in Evin

Spurensuche im Gefängnis

Die Schauspielerin Maryam Zaree begibt sich auf eine Spurensuche in ihre Vergangenheit. Sie wurde im iranischen Hochsicherheitsgefängnis Evin geboren, wo das Regime politische Gegner einsperren, foltern und ermorden ließ.

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Man kommt momentan nicht an Maryam Zaree vorbei: Erst vor ein paar Wochen war sie in SYSTEMSPRENGER zu sehen, im Oktober in WEITERMACHEN SANSSOUCCI, sie spielte in Christian Petzolds TRANSIT mit, erhielt für ihre Rolle in 4 BLOCKS den Adolf-Grimme-Preis. Und jetzt auch noch ein Ausflug hinter die Kamera, zumindest teilweise. Denn Zarees Dokumentarfilm BORN IN EVIN ist eine filmische Autobiografie, eine Spurensuche, ein Versuch, die vielen Lücken in ihrer Vergangenheit zu schließen. Das gelingt nur zum Teil, vieles, was in den 36 Jahren von Zarees Leben unaussprechlich blieb, bleibt es auch, zumindest vorläufig, doch vorher nimmt Zaree die Zuschauer*innen mit zu einer Reise in ihre Vergangenheit, die an einem mehr als ungewöhnlichen Ort begann: Im Hochsicherheitsgefängnis Evin, am Stadtrand der iranischen Hauptstadt Teheran gelegen, dem Ort, an dem das Regime politische Gegner einsperrt, foltert, im schlimmsten Fall ermordet. Die genauen Umstände ihrer Geburt hat Zaree bis heute nicht erfahren, denn ihre Mutter spricht nicht mit ihr über diese Erfahrung, hat das Trauma ihrer Inhaftierung verdrängt. Und damit auch an die nächste Generation weitergetragen, an Zaree, die etwa bei bestimmter Musik mit körperlichem Unwohlsein reagiert, jener Musik, mit der in Evin akustische Folter betrieben wurde.
Auf ihrer jahrelangen Spurensuche, die sie in ihrem Film dokumentiert, traf Zaree Verwandte in aller Welt, sprach mit Leidensgenossen, mit anderen Personen, die in Evin geboren wurden, mit anderen Exil-Iraner*innen, die ihre Heimat hinter sich lassen mussten und vieles verdrängt haben. Das ist sehr persönlich, dabei nie eine intime Nabelschau, und wenn Zaree auch bisweilen zu allzu deutlichen visuellen Metaphern greift (ein befreiender Fallschirmsprung zieht sich etwa durch den Film) ist ihr mit BORN TO EVIN ein sehenswerter Film gelungen.

Michael Meyns

Details

Deutschland/Österreich 2019, 98 min
Sprache: Deutsch, Englisch, Französisch
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Maryam Zaree
Drehbuch: Maryam Zaree
Kamera: Siri Klug
Schnitt: Dieter Pichler
Verleih: Real Fiction
Kinostart: 17.10.2019

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Born in Evin

Deutschland/Österreich 2019 | Dokumentarfilm | R: Maryam Zaree

Die Schauspielerin Maryam Zaree begibt sich auf eine Spurensuche in ihre Vergangenheit. Sie wurde im iranischen Hochsicherheitsgefängnis Evin geboren, wo das Regime politische Gegner einsperren, foltern und ermorden ließ.

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