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Mehdi Barsaouis bereits auf Festivals prämierter Langfilm findet in dieser Familiengeschichte ein Bild für ein Land, das sich nach dem Umsturz ständig fragen muss, wie die Zukunft gestaltet werden soll, von welchen alten Teilen es sich trennen sollte, und mit welchen schmerzhaften Aspekten der Vergangenheit man seinen Frieden schließen muss.

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Das Glück der tunesischen Familie Ben Youssef scheint so perfekt – und ist dann innerhalb eines Tages zerstört. Als sie wenige Monate nach der Tunesischen Revolution mit Freund:innen bei einem Picknick feiert, ist die größte Angst, dass die konservativ-religiösen Kräfte wieder Macht gewinnen könnten. Aber das ist unwahrscheinlich und der Bürgerkrieg weit weg. Die heile Welt stürzt wenige Tage später ein, als die Familie bei einem Ausflug in einen Partisanenangriff gerät, und der elfjährige Sohn Aziz lebensgefährlich verletzt wird. Nur eine Lebertransplantation kann ihn retten, möglichst schnell, und möglichst von einem nahen Verwandtem. Aber die Untersuchung von Meriem und ihrem Mann ergibt, dass sie nicht die richtige Blutgruppe hat und dass Fares nicht Aziz‘ Vater ist. War das Paar eben noch im Bangen auf den Krankenhausfluren vereint, zerbrechen jetzt alle Selbstverständlichkeiten. Während Meriem sich bei dem Versuch, den Kindsvater zu kontaktieren, ihrer Vergangenheit stellt, verliert Fares vollends das Vertrauen in die bemühten, aber beschränkten Möglichkeiten des öffentlichen Krankenhauses, und beschließt, das Leben von Aziz auf eigene Faust zu retten. Sein privilegiertes Leben bietet ihm viele Möglichkeiten, aber im Kampf um den Jungen, der für ihn immer noch sein Sohn ist, zeigt sein Verhalten immer mehr aggressive Züge und er muss sich die Hände nicht nur im übertragenen Sinne schmutzig machen.
Mehdi Barsaouis bereits auf Festivals prämierter Langfilm findet in dieser Familiengeschichte ein Bild für ein Land, das sich nach dem Umsturz ständig fragen muss, wie die Zukunft gestaltet werden soll, von welchen alten Teilen es sich trennen sollte, und mit welchen schmerzhaften Aspekten der Vergangenheit man seinen Frieden schließen muss. Beide Elternteile sind bereit sind, das eigene Leben für Aziz zu opfern, aber dieser dramatische Ausweg bietet sich ihnen nicht. Stattdessen müssen sie schwierige Entscheidungen treffen, mit denen sie dann gezwungen sind, weiterzuleben. Das ist für sie schwieriger, betont aber auch den Durchhaltewillen und die Hoffnung, die sie antreibt.

Noch bis 30.4. im Indiekino Club

Bernhard Lommel

Details

Originaltitel: Bik eneich: Un fils
Tunesien/Frankreich/Libanon/Katar 2019, 96 min
Sprache: Arabisch, Französisch
Genre: Drama
Regie: Mehdi Barsaoui
Drehbuch: Mehdi Barsaoui
Kamera: Antoine Héberlé
Schnitt: Camille Toubkis
Musik: Amin Bouhafa
Darsteller: Sami Bouajila, Najla Ben Abdallah, Youssef Khemiri, Noomen Hamda
Kinostart: 24.04.2021

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A Son

(Bik eneich: Un fils) | Tunesien/Frankreich/Libanon/Katar 2019 | Drama | R: Mehdi Barsaoui

Mehdi Barsaouis bereits auf Festivals prämierter Langfilm findet in dieser Familiengeschichte ein Bild für ein Land, das sich nach dem Umsturz ständig fragen muss, wie die Zukunft gestaltet werden soll, von welchen alten Teilen es sich trennen sollte, und mit welchen schmerzhaften Aspekten der Vergangenheit man seinen Frieden schließen muss.

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