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Beyto

… und Mike und Seher

Beyto ist Überflieger in der IT-Ausbildung, angehender Schwimmstar, beliebter Kumpel und ein zugewandter Sohn. Außerdem ist er mit Schwimmtrainer Mike liiert. Als die Eltern ihn nötigen, Cousine Seher zu heiraten, müssen Seher, Beyto und Mike eine Lösung für das Dreiecks-Dilemma finden.

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Beyto ist ein Goldjunge. Einziges Kind türkischer Eltern, hat sich der junge Mann bestens in seinem Lebensort Schweiz eingefunden. Er ist Überflieger in der IT-Ausbildung, angehender Schwimmstar, beliebter Kumpel und ein zugewandter Sohn, der im elterlichen Betrieb mithilft. Doch mit Schwimmtrainer Mike verbindet Beyto mehr als die Liebe zum Sport und sein Coming-Out schüttelt die Verhältnisse durcheinander. Die Eltern schleppen ihn unter einem Vorwand in ihr Dorf in der Türkei, wo er sich vom sozialen Druck und den Tränen seiner Mutter genötigt sieht, Cousine Seher zu heiraten.

Zurück in der Schweiz ist Mike verletzt und Beyto ist zerrissen zwischen der Verantwortung gegenüber seiner Familie und der Liebe zu Mike. Seher, Freundin und Vertraute Beytos seit Kindertagen, wird schließlich zur progressivsten Figur, in dem sie eine Lösung bietet, die nicht einfach eine Flucht oder einen Bruch mit dem „alten Leben“ beinhaltet, sondern einen Weg einschlägt, der für alle Freiheit verspricht, ohne mit ihrer Herkunftsfamilie zu brechen. Dabei kann auch Mike, der von Beyto ein radikales Bekenntnis zu seiner Sexualität fordert, Fingerspitzengefühl für die Komplexität von Identitätsprozessen lernen.

Regisseurin Gitta Gsell nahm den Roman „Hochzeitsflug“ ihres Freundes Yusuf Yesiloz zur Grundlage und arbeitete mit Burak Ates als Beyto und Ecem Aydin als Seher mit zwei bis dahin unbekannten Gesichtern. BEYTO ist eine spannende und wichtige Perspektive auf das Thema, die sich der einfachen Behauptung intoleranter Milieus verwehrt und auch die komplexen Anrufungen Beytos betont. Vieles fliegt aber im Tempo des Films vorbei, Gsell lässt wenig Raum, die Veränderungen der Figuren nachzuvollziehen und streift dadurch, aber auch gestalterisch, immer wieder die Gefilde des TV-Melodrams.

Clarissa Lempp

Details

Schweiz 2020, 98 min
Genre: Drama, Liebesfilm
Regie: Gitta Gsell
Drehbuch: Gitta Gsell, Yusuf Yesilöz
Kamera: Peter Guyer
Schnitt: Bernhard Lehner
Musik: Benedikt Jeger
Verleih: Edition Salzgeber
Darsteller: Burak Ates, Dimitri Stapfer, Beren Tuna, Serkan Tastemur, Zeki Bulgurcu
FSK: 12
Kinostart: 01.07.2021

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