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Bait (2019)

Etwas zerbricht

Auf körnigem 16mm-Schwarzweiß, das springt und zerkratzt ist, erzählt Regisseur Mark Jenkin eine Geschichte von Gentrifizierung in Cornwall. Der Fischer-ohne-Boot Martin muss das Haus der zugezogenen Londoner renovieren, hat aber eigene Pläne.

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An BAIT wirkt alles alt. Das Bild ist auf körnigem 16mm-Schwarzweißfilm gedreht, der in einer Weise springt und zerkratzt ist, die man nicht mit Computern simulieren kann. Die Häuser und Menschen des Küstenorts in Cornwall sehen so aus, wie sich das gehört, wenn man schon sehr lange von Schifffahrt und Fischfang lebt, und die merkwürdigen Pausen zwischen den Sätzen liegen vielleicht am Schnitt oder an einer Art des Schauspiels, die schon lange aus der Mode ist. Das Dorf wirkt wie aus einer anderen Zeit oder Realität.
Andererseits sind die Hosen, die die Tochter der neuen Besitzer des alten Fischerhauses trägt, modern eng, und die Eltern setzen alles daran, das Haus in maritimem Charme zu renovieren. Die Ausrüstung, die Fischer-ohne-Boot Martin dafür nutzen muss, ist rostig oder wurde schon oft geflickt. Aber dann macht er das eben. Den Teufel wird er tun und betrunkene Junggesellenabschiede herumschippern wie sein Bruder. Martin ist und bleibt stolzer Fischer. Bald wird er das Geld für sein Boot zusammenhaben, und bis dahin lässt er sich nichts gefallen. Das werden die Eindringlinge aus London schon noch begreifen. Martin starrt auf das Haus.

Das Bild zittert und flackert kurz. Etwas zerbricht und zeigt ein Bruchstück einer Tragödie, die noch kommt oder schon war. Das Bild stabilisiert sich.

Martin starrt aufs Haus… BAIT ist ein Kunstfilm, der soziale Realität zeigt. Gentrifizierung ist eine Realität, genau wie der Widerwille der Alteingesessenen, ihr altes Leben einfach so aufzugeben. Anstatt dass Charaktere aber viel reden und erklären, lässt Mark Jenkin den Fischer und die zugezogenen Londoner immer nur kurz aneinander geraten und dann ihre Pläne weiterverfolgen. An die fragmentierte Bildsprache und Erzählweise muss man sich erst gewöhnen, aber dann öffnen sich dadurch Ebenen, die sich mit konventionellen Mitteln kaum erschließen würden.

Christian Klose

Details

Originaltitel: Bait
Großbritannien 2019, 89 min
Sprache: Englisch
Genre: Drama
Regie: Mark Jenkin
Drehbuch: Mark Jenkin
Kamera: Mark Jenkin
Verleih: Arsenal Institut
Darsteller: Mary Woodvine, Edward Rowe, Simon Shepherd, Giles Kino
Kinostart: 24.10.2019

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Bait (2019)

(Bait) | Großbritannien 2019 | Drama | R: Mark Jenkin

Auf körnigem 16mm-Schwarzweiß, das springt und zerkratzt ist, erzählt Regisseur Mark Jenkin eine Geschichte von Gentrifizierung in Cornwall. Der Fischer-ohne-Boot Martin muss das Haus der zugezogenen Londoner renovieren, hat aber eigene Pläne.

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Wolf Kino

20.11. – Mi

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