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Atlas

Nach dem Trauma

Nachdem sie beim Bergsteigen in Marokko Opfer eines Terroranschlags wird, muss Allegra wieder körperlich und psychisch ins Leben zurückfinden. Die Begegnung mit dem geflüchteten Arad triggert sie, aber hilft ihr schließlich auch, das Erlebte zu verarbeiten.

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Allegras erstes Wort im Film ist „Libera!“ (Frei!), kurz bevor sie mit ihren Freund*innen endlich am Gipfel des Berges ankommt. Aus dem gemeinschaftlichen Glücksgefühl heraus beschließen die leidenschaftlichen Bergsteiger*innen, als nächste Herausforderung das Marokkoer Atlasgebirge in Angriff zu nehmen. Aber dazu kommt es nicht. Der Film springt vorwärts. Allegra is plötzlich schwer verletzt und muss in der Physiotherapie erst wieder lernen, zu laufen und statt Felswänden erst kleine Kiesel zu greifen. Aus kurzen Szenen und Gesprächsfetzen fügt sich ein Bild zusammen, das erst viel später vollständig gezeigt wird: Auf einem marokkanischen Marktplatz wurde die Gruppe Opfer eines Terroranschlags. Allegra überlebte als Einzige, schwer verletzt.

Zuhause hat Allegra nur das Ziel vor Augen: wieder körperlich stark genug zum Bergsteigen zu werden. Alle Angebote, ihr beim Heilen der emotionalen Wunden zu helfen, lehnt sie, teils aggressiv, ab und leidet im Stillen. Diese Last will sie alleine stemmen. Die Begegnung mit dem Geflüchteten Arad bricht durch ihre starke Fassade. Nach anfänglicher Panik fasziniert er sie, und sie lernt ihn näher kennen. Auch Arad hat Wunden, über die er nicht sprechen möchte.

Allegra macht weder sich noch Arad die Annäherung leicht, sondern hält ihn immer wieder auf Distanz, während sie sich isoliert und sogar selbst verletzt, nur, um dann wieder den Kontakt zu suchen. Der Film lässt das Publikum an ihren widersprüchlichen Gefühlen teilhaben und vertraut darauf, dass Allegras Entwicklung aus stillen Momenten und kurzen Gesprächen interpretiert werden kann, auch wenn die Erzählung immer wieder zwischen der Zeit „vorher“ und den Erlebnissen „danach“ springt. Es wird kein einfacher Aufstieg für Allegra, aber sie ist stark und hat den Gipfel im Blick. Und sie ist nicht mehr alleine.

Christian Klose

Details

Schweiz/Belgien/Italien 2021, 88 min
Genre: Drama
Regie: Niccolò Castelli
Drehbuch: Niccolo Castelli, Stefano Pasetto
Kamera: Pietro Zuercher
Schnitt: Esmeralda Calabria
Musik: Karim Baggili
Verleih: Arsenal Filmverleih
Darsteller: Matilda De Angelis, Helmi Dridi, Irene Casagrande
Kinostart: 27.10.2022

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