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Als wäre es leicht

Komplexe Kommunikation

Als die gehörlose Kati auf Florian trifft, der mit seiner selbstbewusst sperrigen Art ihr Interesse weckt, muss sie unkonventionelle Wege finden, um ihn kennenzulernen, denn Florian ist blind.

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Es ist sicher weder im Sinne von Kati, der Protagonistin in Milan Skrobaneks Spielfilmdebut, noch im Interesse von Cindy Klink, die sie spielt, herausgehoben zu erwähnen, dass dies die erste deutsche Spielfilmproduktion ist, in der die Hauptrollen von Personen verkörpert werden, die auch im richtigen Leben, gehörlos beziehungsweise blind sind. Aber offenbar ist es immer noch nicht obsolet geworden, Abweichungen von der sogenannten gesellschaftlichen „Norm“ herauszustellen. Einfach weil wir immer noch nicht in einer Welt leben, die diskriminierungsfrei ist.
Kati ist es jedenfalls gründlich leid, von ihrer Mutter immer wieder aufgefordert zu werden, über ein Hörimplantat nachzudenken. Sie sieht es schlicht nicht als Defizit an, gehörlos zu sein. Als sie auf Florian (David Knors) trifft, der mit seiner selbstbewusst sperrigen Art ihr Interesse weckt, muss sie andere Wege finden, um ihn kennenzulernen, denn Florian kann sie nicht sehen.
Das Setting, das Skrobanek entwirft, hat das Potenzial, auch über diese besondere Kommunikationsbarriere hinaus, universal von den sensorischen Möglichkeiten der Begegnung von Menschen zu erzählen. Leider verpasst der Regisseur die Chance auf mehreren Ebenen. Anders als zum Beispiel in LOUISA (2011), einem dokumentarischen Porträt von Katharina Pethke, das ihre gehörlose Schwester begleitet, findet Skrobanek keine interessanten erzählerischen Mittel, um auf der Sound- und Musikebene Gehörlosigkeit erfahrbar zu machen. Dasselbe gilt für die Bildgestaltung. Beispielsweise wirken die Slowmotion-Einstellungen, die Annäherung über Geruch und Berührung erzählen sollen, wenig originell. Die Konflikte zwischen dem Paar selbst, aber auch mit ihrer Umwelt werden überzeichnet, und was auf dem Papier nach einer sensitiven, spannungsgeladenen Liebesgeschichte klingt, ist filmisch leider wenig gelungen.

Susanne Kim

Details

Originaltitel: Als wäre es leicht (Zwischen den Zeilen)
Deutschland 2025, 90 min
Sprache: Deutsch
Genre: Drama, Liebesfilm
Regie: Milan Skrobanek
Drehbuch: Milan Skrobanek, Eibe Maleen Krebs
Kamera: Andreas M. Klein
Schnitt: Ulf Albert
Musik: Jonathan Wolters
Verleih: Port-au-Prince Pictures
Darsteller: Cindy Klink, David Knors, Athena Lange, Marion Kracht
FSK: 12
Kinostart: 02.04.2026

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