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Alle reden übers Wetter

Bildungsaufsteigerin daheim

Clara, Philosophie-Doktorandin aus einem proletarischen Elternhaus in Brandenburg, fährt mit ihrer Tochter aus einer geschiedenen Ehe zu einem Familienfest. Ein Film über das schlechte Gewissen von Akademiker*innen aus nicht-akademischen Verhältnissen.

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„Ich will mich nicht mehr über alles erheben müssen,“ sagt Clara, die Philosophie-Doktorandin aus einem proletarischen Elternhaus in Brandenburg. ALLE REDEN ÜBERS WETTER von Annika Pinske ist einer der wenigen Filme über das schlechte Gewissen von Akademiker*innen aus nicht-akademischen Verhältnissen. Im akademischen Umfeld wirkt Clara überanstrengt und unsicher. Sie hat sich an eine Mentorin gebunden, aber eine Kollegin hat der ins Gesicht gesagt: „Sie sind ein böser Mensch“. Auf Uni-Feiern bricht sie aus Unsicherheit Benimm-Codes und erfindet eine unglaubwürdige Familiengeschichte. Wie MITTAGSSTUNDE erzählt ALLE REDEN ÜBERS WETTER von einer Rückkehr zu den Eltern, hier für eine Familienfeier und mit der 17-jährigen Tochter aus einer geschiedenen Ehe im Schlepptau. Die Ost-Aspekte der Geschichte sind deutlich, obwohl Clara zu jung ist, um noch eine richtige DDR-Geschichte zu haben: Antenne Mecklenburg-Vorpommern läuft im Auto-Radio, und auch sonst besteht der Soundtrack aus Deutschrock voller goldener Lebensweisheiten („Gib nie deine Sehnsucht auf“). Jugendliche hören Nazi-Rock, ein Kind wird geschlagen, Macker reißen sexistische Witze. Auf dem Familienfest hört Clara auch die Vorwürfe der ehemaligen Nachbarn: „arrogant“, „wenn du so genau Bescheid weißt…“, „…hält sich wohl für was Besseres“. Was Clara mit ihrem Satz ausdrückt, ist die Internalisierung dieser Vorwürfe, aber auch eine Anklage, eine Weigerung mitzumachen und eine Absichtserklärung zur Ablösung von ihrer Mentorin. Das komplizierte Verhältnis von Bildungsaufsteiger*innen zu ihrer Biografie zeigt der Film sehr genau. Das Uni-Milieu wirkt dagegen ein wenig zu offen standesbewusst gezeichnet. Die Selbstinszenierung als aufgeklärte Geister, die nicht viel auf Herkunft und Etikette geben, gehört unter Akademiker*innen eigentlich zum guten Ton.

Tom Dorow

Details

Originaltitel: Alle reden übers Wetter: Talking About the Weather
Deutschland 2022, 89 min
Genre: Komödie, Drama
Regie: Annika Pinske
Drehbuch: Annika Pinske, Johannes Flachmeyer
Schnitt: Laura Lauzemis
Verleih: Grandfilm
Darsteller: Anne Schäfer, Anne-Kathrin Gummich, Judith Hofmann, Marcel Kohler, Max Riemelt, Emma Frieda Brüggler, Sandra Hüller
Kinostart: 15.09.2022

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Alle reden übers Wetter

(Alle reden übers Wetter: Talking About the Weather) | Deutschland 2022 | Komödie, Drama | R: Annika Pinske

Clara, Philosophie-Doktorandin aus einem proletarischen Elternhaus in Brandenburg, fährt mit ihrer Tochter aus einer geschiedenen Ehe zu einem Familienfest. Ein Film über das schlechte Gewissen von Akademiker*innen aus nicht-akademischen Verhältnissen.

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