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Aftersun

Nach dem Sonnenbad

Sophie erinnert sich beim Betrachten alter Videoaufnahmen an den gemeinsamen Türkei-Urlaub mit ihrem Vater Calum vor zwanzig Jahren, und spürt Abgründen nach, die sie als Kind nicht wahrgenommen hat.

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AFTERSUN heißt Charlotte Wells‘ Spielfilmdebüt, wie die Krem, die aufgetragen wird, um den Schmerz zu lindern, der nach dem selbstvergessenen Glück des Sonnenbads auftritt. Sophie (Celia Rowlson-Hall) erinnert sich beim Betrachten alter Videoaufnahmen an den gemeinsamen Türkei-Urlaub mit ihrem Vater Calum (Paul Mescal) vor zwanzig Jahren. Sie war elf, er wurde während der Reise 31. Aus den Videoaufnahmen entstehen Szenen wie mentale Bilder in Sophies Erinnerung. Der Budget-Urlaub beginnt mit Warterei an der Rezeption und einem Doppel- statt zwei Einzelbetten auf dem Zimmer, aber Calum und Sophie scheint das kaum etwas auszumachen. Das Geld ist knapp, und in dem All-Inclusive-Resort sind Calum und Sophie, die jeden Drink selbst zahlen müssen, Gäste der zweiten Klasse. Sophie steht an der Schwelle zur Pubertät, er wirkt so jung, dass zwei Teenager ihn beim Billard nach dem Namen seiner Schwester fragen. Sie interessiert sich nicht mehr für jüngere Kinder, ältere Teenager betrachtet sie heimlich, hängt später auch mit ihnen herum, aber so richtig dazu gehört sie noch nicht. Es wird sich viel eingekremt, und die Berührungen zwischen Vater und Tochter stehen ebenfalls auf der Schwelle. Mal trägt er sie wie ein Kind auf dem Arm ins Bett, mal will sie sich den Rücken selbst einkremen. Als das nicht gelingt, sind seine Berührungen äußerst vorsichtig.

Die ältere Sophie scheint in ihren Erinnerungen auf der Suche nach einer Dunkelheit zu sein, die sie damals, viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, nicht wahrgenommen hat. Calum ist an der Hand verletzt, es wird nie aufgeklärt, warum. Er kauft einen Teppich, den er sich nicht leisten kann. Langsam wird klar, dass es neben der Urlaubsleichtigkeit eine Bedrohung mitschwingt, und dass Sophie als Erwachsene nach Antworten sucht, die sie vielleicht nie finden wird. Charlotte Wells‘ Film ist ein zärtlicher, heiterer und trauriger Film über Verlust und Erinnerung, der so unprätentiös daherkommt, dass die riskante Inszenierung mit so ungewöhnlichen wie beiläufigen Perspektiven leicht übersehen werden könnte. Stilistisch erinnert AFTERSUN am ehesten an Joanna Hogg (EXHIBITION), die sich aber nicht für die Arbeiterklasse interessiert, oder an Jonathan Glazer (UNDER THE SKIN). Charlotte Wells‘ Film ist eines der besten Debüts der letzten Jahre.

Tom Dorow

Details

USA/Großbritannien 2022, 96 min
Genre: Drama
Regie: Charlotte Wells
Drehbuch: Charlotte Wells
Kamera: Gregory Oke
Schnitt: Blair McClendon
Musik: Oliver Coates
Verleih: Mubi
Darsteller: Paul Mescal, Frankie Corio, Celia Rowlson-Hall, Kayleigh Coleman, Sally Messham
Kinostart: 15.12.2022

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Aftersun

USA/Großbritannien 2022 | Drama | R: Charlotte Wells

Sophie erinnert sich beim Betrachten alter Videoaufnahmen an den gemeinsamen Türkei-Urlaub mit ihrem Vater Calum vor zwanzig Jahren, und spürt Abgründen nach, die sie als Kind nicht wahrgenommen hat.

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