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A Missing Part – Ich finde dich

Gefühlvolles Spiel

Mit sparsam eingesetzter Musik, entschleunigter Kameraführung und alltäglichen Kulissen liegt der Fokus ganz auf Jays Gefühlswelt und den isolierenden Auswirkungen der Gesetzeslage.

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Das japanische Familienrecht sah bis zu der im April 2026 in Kraft tretenden Gesetzesänderung, kein geteiltes Sorgerecht im Scheidungsfall vor. Dem Elternteil, bei dem das Kind lebt, steht das alleinige Sorgerecht zu. In den meisten Fällen bedeutet das für den Vater den Verlust des Kindes. So auch für Jay (Romain Duris), einen ehemaligen Koch aus Frankreich, dem seit der Trennung von seiner Frau Keiko (Yumi Narita) vor 9 Jahren jeglicher Kontakt zu ihrer gemeinsamen Tochter Lily (Mei Cirne-Masuki) untersagt wird. Ein Mitspracherecht in der Erziehung oder auch nur Kenntnis über ihren aktuellen Wohnort steht ihm nicht zu. Mittlerweile arbeitet er bei einem Taxiunternehmen in Tokio, angetrieben von der Hoffnung, seine Tochter eines Tages in den Straßen der Großstadt wiederzufinden. Als er dann kurzfristig für seinen Kollegen Honda (Toshihiro Yashiba) einspringen soll, scheint es endlich so weit zu sein: Ein Schulmädchen namens Lily steigt in sein Taxi.

In A MISSING PART beleuchtet der französische Regisseur und Autor Guillaume Senez einen Teil der japanischen Lebensrealität, dem international nur wenig Aufmerksamkeit zukommt. Mit sparsam eingesetzter Musik, entschleunigter Kameraführung und alltäglichen Kulissen liegt der Fokus ganz auf Jays Gefühlswelt und den isolierenden Auswirkungen der Gesetzeslage. Das ist vorhersehbar inszeniert, durch das gefühlvolle Spiel von Duris, in dem Leid, Trauer und niemals endende Hoffnung aufeinandertreffen, aber durchaus effektiv. So blüht A MISSING PART besonders in der Interaktion zwischen Vater und Tochter auf. Mit jeder Taxifahrt gewinnt die zunächst distanziert geäußerte Zuneigung an Natürlichkeit, Jays Vorsicht weicht nach und nach väterlicher Fürsorge. Zumindest bis Lilys Mutter von ihren heimlichen Treffen erfährt.

Lukas Hoffmann

Details

Originaltitel: Une part manquante
Frankreich/Belgien 2024, 98 min
Sprache: Französisch, Japanisch
Genre: Drama
Regie: Guillaume Senez
Drehbuch: Guillaume Senez, Jean Denizot
Kamera: Elin Kirschfink
Schnitt: Julie Brenta
Musik: Olivier Marguerit
Verleih: Film Kino Text
Darsteller: Romain Duris, Judith Chemla, Mei Cirne‑Masuki, Yumi Narita, Shungiku Uchida, Patrick Descamps, Shinnosuke Abe
Kinostart: 02.04.2026

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A Missing Part – Ich finde dich

(Une part manquante) | Frankreich/Belgien 2024 | Drama | R: Guillaume Senez

Mit sparsam eingesetzter Musik, entschleunigter Kameraführung und alltäglichen Kulissen liegt der Fokus ganz auf Jays Gefühlswelt und den isolierenden Auswirkungen der Gesetzeslage.

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