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Das Glück zu leben

Trauma-Tänzerinnen

Inspiriert von Éva Fahidis Autobiografie „Die Seele der Dinge“, in der sie auch über das Trauma erzählt, als einziges Mitglied ihrer fünfzigköpfigen Familie Auschwitz überlebt zu haben, hat die Regisseurin Réka Szabo mit der heute 90-Jährigen und der Tänzerin Emese Cuhorka eine Tanzperformance entwickelt.

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Als ihr die junge Tänzerin Emese die Tür zum Tanzprobenraum öffnet, eröffnet sich für die 90-jährige Éva Fahidi ein neuer Lebensraum. Éva hat als einzige aus ihrer 50-köpfigen Familie Auschwitz überlebt, hat sich mit beeindruckender Kraft entschlossen, trotz der Traumata ein glückliches Leben zu führen und hat früher heimlich getanzt. Die Choreographin Réka Szabó möchte ein Bühnenstück mit ihr machen. Als sie ihr Emese mit den Worten präsentiert „Ich kann sie mir als Dich vorstellen“ und die alte und die junge Frau beide ernsthaft nicken und den Auftrag annehmen, ist das der Beginn einer außergewöhnlichen kreativen Arbeit. Der geschützte Raum und die sensiblen Partnerinnen eröffnen Éva neue Möglichkeiten im Umgang mit den Erinnerungen. Das Neuland der Probenarbeit bietet ein Feld, auf dem man auch mit den unerträglichsten Emotionen spielerisch etwas tun kann, sie zeigen, anerkennen und verändern kann.
Der Film zeigt in Probenausschnitten und Interviewsequenzen, wie sich Éva in der liebevollen Zeuginnenschaft von Regisseurin und Tanzpartnerin öffnet, wie die beiden Tänzerinnen miteinander spielen und daraus etwas Neues entsteht. Emese mit ihrem jüngeren Körper scheint die ältere Frau manchmal fast zu „channeln“, wenn sie Szenen aus Évas Leben tänzerisch nachempfindet, in anderen Momenten wirkt ihr Tanz wie eine Geisterbeschwörung, wenn sie Verstorbene darstellt, an die Éva denkt, ohne der jüngeren zu sagen, um wen es sich handelt.
Man wird Zeuge eines zutiefst heilsamen Prozesses, der Vergangenheit in einem neuen Kontext erlebbar macht und in einem Tanzstück mündet, das inzwischen weltweit aufgeführt wurde. Am Ende findet sich sogar eine Möglichkeit, wie Éva wieder genauso beweglich werden kann wie Emese und die beiden in einem rasanten Duett über die Bühne wirbeln können.

Susanne Stern

Details

Originaltitel: A létezés eufóriája
Ungarn 2019, 83 min
Genre: Dokumentarfilm, Porträt
Regie: Réka Szabó
Kamera: Claudia Kovács
Schnitt: Sylvie Gadmer
Verleih: Film Kino Text
Kinostart: 30.09.2021

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Das Glück zu leben

(A létezés eufóriája) | Ungarn 2019 | Dokumentarfilm, Porträt | R: Réka Szabó

Inspiriert von Éva Fahidis Autobiografie „Die Seele der Dinge“, in der sie auch über das Trauma erzählt, als einziges Mitglied ihrer fünfzigköpfigen Familie Auschwitz überlebt zu haben, hat die Regisseurin Réka Szabo mit der heute 90-Jährigen und der Tänzerin Emese Cuhorka eine Tanzperformance entwickelt.

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