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A Dark Song

Reinigungsrituale

Sofia will, dass der Okkultist Joseph für sie das „abramelinische Ritual“ durchführt, eine lange Prozedur, bei der sie am Ende ihrem Schutzengel gegenüberstehen soll, der jeden Wunsch erfüllt. Walisischer Indie-Okkult-Horror.

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Mit einem Bündel Bargeld mietet Sofia ein verfallenes, unbeheiztes Schloss auf den walisischen Hochmooren, für ein Jahr. Was sie vorhat dauert eine Weile. Am Bahnhof wartet der Okkultist Joseph, ein wichtigtuerischer Internet-Bär mit Glatze und Fusselbart. Sofia, der die Depression die Augenwinkel verdunkelt, will, dass Joseph das „abramelinische Ritual“ durchführt, eine lange Prozedur, an deren Ende sie dem eigenen Schutzengel gegenüberstehen soll und jede nur erdenkliche Aufgabe verlangen kann. Angeblich soll Aleister Crowley versucht haben, das auf ein „Abraham von Worms“ zugeschriebenes Zauberbuch zurückgehende Ritual durchzuführen, es aber abgebrochen haben. Das kommt im Film nicht vor, ist aber als Hintergrund präsent. „Abramelinisches Öl“, mit dem man sich nicht nur einreiben, sondern auch „Lichtkuchen“ backen können soll, gibt es für um die zehn Euro zu kaufen.
Joseph hat einen Salzkreis um das Haus gezogen. Bis das Ritual abgeschlossen ist, könnten beide das Haus nicht wieder verlassen, sagt Joseph. Vorräte für viele Monate sind angelegt. Das Ritual beginnt mit vielen Mandalas und Zauberkreisen auf dem Boden, Zeichen werden auf die Haut gemalt, Waschungen mit eiskaltem Wasser durchgeführt. Das „Blutopfer“ findet Sofia ziemlich ekelhaft, aber sie bleibt entschlossen. Nur passiert wenig, außer dass ein Vogel gegen eine Fensterscheibe fliegt. Die Beziehung zwischen Joseph und Sofia eskaliert. Im ersten Teil des Films stellt sich vor allem die Frage, ob Joseph Sofia betrügt und missbraucht. Die „Reinigungszeremonien“, die er mit ihr durchführt, sind sadistisch-sexuell aufgeladen. A DARK SONG ist über lange Strecken mehr sexuelles Psychodrama als Horrorfilm, aber wenn man es kaum noch erwartet, passiert natürlich doch etwas. Ironisch-katholischer war Okkult-Horror selten.

Tom Dorow

Details

Irland/Grossbritannien 2020, 100 min
Genre: Horror
Regie: Liam Gavin
Drehbuch: Liam Gavin
Kamera: Cathal Watters
Musik: Ray Harman
Verleih: Drop-Out Cinema
Darsteller: Steve Oram, Catherine Walker, Susan Loughnane, Mark Huberman, Nathan Vos
FSK: 16
Kinostart: 07.10.2021

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