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Zu guter Letzt

Shirley MacLaine als Kontrollfreak

Harriet Lauler (Shirley MacLaine) ist ein Kontrollfreak. Sie beauftragt die Nachrufschreiberin der lokalen Tageszeitung (Amanda Seyfried), ihren Nachruf bereits zu Lebzeiten zu verfassen. Das Problem ist: Niemand, wirklich niemand hat etwas Gutes über Harriet zu sagen.

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Die pensionierte Leiterin einer Werbeagentur Harriet Lauler (Shirley MacLaine) weiß immer genau, was sie will. Sie mäht den Rasen im Schachbrettmuster, herrscht den Gärtner an, dass die Hecken von unten nach oben geschnitten werden müssen und nimmt der Haushälterin das Gemüse weg, um es selbst, selbstverständlich schneller und feiner, zu schnippeln. Wenn das Personal gegangen ist, sitzt sie dann mit einem Glas vermutlich ausgezeichneten Weins ganz alleine in ihrem großen Haus. Eines Abends blättert sie dabei im Regionalblättchen und stolpert über die Nachrufe. Am nächsten Morgen steht sie im Büro des Chefredakteurs und verlangt nach der jungen Frau ganz am unteren Ende der Karriereleiter, die die rührende Gebrauchsprosa schreibt. Mit Hilfe einer Liste von 100 Ansprechpartnern soll Anne (Amanda Seyfried) Material für einen fulminanten Nachruf auf Harriet sammeln, den Harriet noch zu Lebzeiten abnehmen möchte. Von der ersten Begegnung an geraten die alte Frau mit ihrem Kontrollwahn und die junge Möchtegern-Schriftstellerin, die auf nichts so richtig Bock hat, aneinander. Das Buddypaar MacLaine-Seyfried trägt einen Film, der vor allem ungeheuer wohlwollend ist und weit weniger Komödie als Feegood-Movie. Als sich herausstellt, dass wirklich niemand etwas Gutes über Harriet zu sagen hat – ihre Gynäkologin nennt sie „the angriest vagina this way of China“ (die grantigste Vagina diesseits von China) – macht das Duo sich auf den Weg, um möglichst schnell ein Vermächtnis für Harriet herbeizuzaubern. Es ist nie zu spät, um noch geliebt zu werden, ist die überdeutliche Message. Sympathisch ist, dass Harriet sich dafür eigentlich gar nicht so sehr ändern muss. Es ist weniger so, dass unter der rauen Schale ein goldenes Herz zutage tritt, als dass Anne und Brenda – das schwarze Problemkind, das Harriet unterwegs aufgabelt, um Ehrenamts-Punkte abzustauben – Harriets rabiate Art als Proto-Feminismus zu schätzen lernen.

Toni Ohms

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Details

Originaltitel: The Last Word
USA 2016, 108 min
Genre: Drama, Komödie
Regie: Mark Pellington
Drehbuch: Stuart Ross Fink
Kamera: Eric Koretz
Verleih: Tobis Film
Darsteller: Shirley Maclaine, Anne Heche, Amanda Seyfried, Alanna Ubach, Adina Porter
FSK: oA
Kinostart: 13.04.2017

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