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Verleugnung

Holocaust-Leugner vor Gericht

Als Debora Lipstadt 1993 ihr Buch „Denying the Holocaust“ über Holocaust-Verleugnung veröffentlicht, verklagt der Holocaust-Leugner David Irving sie wegen Verleumdung. Lipstadt und ihre Anwälte müssen nun beweisen, dass Irving tatsächlich mit böser Absicht Tatsachen verdreht hat.

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Als Debora Lipstadt 1993 ihr Buch „Denying the Holocaust“ über Holocaust-Verleugnung veröffentlicht, verklagt der Holocaust-Leugner David Irving sie wegen Verleumdung. Weil im britischen Rechtssystem die Beweislast bei Zivilklagen bei der Beklagten liegt, müssen Lipstadts Anwälte beweisen, dass Irving tatsächlich mit böser Absicht und bewusst Tatsachen verdreht hat, um seine Behauptung, der Holocaust habe nicht stattgefunden, aufrecht zu erhalten. Ihr Plan ist, zu beweisen, dass Irving ein Rassist ist, aber gerade nicht mit Irving über die Faktizität des Holocaust insgesamt zu debattieren. VERLEUGNUNG beruht auf Lipstadts Buch über den Prozess gegen Irving, in dem sie auch die Entscheidung der Anwälte erklärt, sie nicht selbst vor Gericht aussagen zu lassen und keine Shoah-Überlebenden als Zeugen zu befragen. Der Film gibt dem Konflikt zwischen Lipstadt und ihren Anwälten viel Raum, und erzählt ihn als Kampf zwischen der Vernunft der männlichen Anwälte, die darauf drängen, keine Zeugen durch Irving demütigen zu lassen und stattdessen eine rein Evidenz-basierte Strategie zu verfolgen, und den irrationalen Emotionen der Historikerin, die immer wieder darauf beharrt, dass die Stimmen der Überlebenden gehört werden müssen. Debora Lipstadt wirkt dadurch, und durch die etwas zappelige Darstellung von Rachel Weisz, irrationaler, als nötig wäre. Spannender sind die auf Gerichtsprotokollen basierenden Kreuzverhöre, in denen Irving, den Timothy Spall mit einer angemessen fiesen Mischung aus Dünkel, Schleimigkeit und Ressentiment versieht, von Lipstadts Anwälten zerlegt wird. In den neunziger Jahren wurden Holocaust-Leugner wie Irving, Zündel und Leuchter noch als Gäste von CDU-Kreisverbänden eingeladen. Heute finden sich ihre Verschwörungstheorien vor allem in den schmierigeren Ecken des Internets. Weniger aktuell geworden ist das Thema nicht.

Hannes Stein

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Details

Originaltitel: Denial
USA/Großbritannien 2016, 109 min
Genre: Biografie, Drama
Regie: Mick Jackson
Drehbuch: David Hare
Kamera: Haris Zambarloukos
Schnitt: Justine Wright
Musik: Howard Shore
Verleih: Universum/SquareOne
Darsteller: Tom Wilkinson, Rachel Weisz, Timothy Spall, Andrew Scott
FSK: 12
Kinostart: 13.04.2017

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Verleugnung

(Denial) | USA/Großbritannien 2016 | Biografie, Drama | R: Mick Jackson | FSK: 12

Als Debora Lipstadt 1993 ihr Buch „Denying the Holocaust“ über Holocaust-Verleugnung veröffentlicht, verklagt der Holocaust-Leugner David Irving sie wegen Verleumdung. Lipstadt und ihre Anwälte müssen nun beweisen, dass Irving tatsächlich mit böser Absicht Tatsachen verdreht hat.

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