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Ein Film, in dem es um nichts geht

Michael Glawoggers letzter Film, von seiner Mitarbeiterin Monika Willi nach dem Tod des österreichischen Regisseurs (WORKINGMAN’S DEATH, WHORE’S GLORY) fertiggestellt, ist eine Reise ohne Ziel, eine Meditation über Bewegung, Abschied und Tod.

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Michael Glawoggers beste Dokumentarfilme, die epochalen WORKINGMEN’S DEATH und WHORE’S GLORY, waren streng konzipierte und konzentrierte Arbeiten zu Arbeitsverhältnissen. Das Reden der Arbeiter und Prostituierten selbst war ein wichtiger Aspekt der Filme: Hier standen Subjekte vor der Kamera, nicht nur Opfer des Kapitalismus. UNTITLED, Glawoggers letzter, nach seinem plötzlichen Tod von seiner langjährigen Mitarbeiterin Monika Willi fertiggestellter Film, war offenbar von Anfang an ganz anders gedacht. Es sollte ein Film sein „in dem es um nichts geht und der immer in Bewegung bleibt“, wie es im von Birgit Minichmayr gesprochenen Off-Kommentar, der aus kurzen Textblöcken, Reflexionen und Beobachtungen aus den Tagebüchern und anderen Texten Glawoggers besteht, heißt. In der Kombination aus Texten und Reisebildern erinnert UNTITLED, auch wegen der immer wiederkehrenden Motive von Abschied, Tod und Verschwinden, an Chris Markers Meisterwerk SANS SOLEIL. Das zufällige Finden von Bildern auf einer vier Monate und 19 Tage dauernden Reise durch Italien, den Balkan, Nordwest- und Westafrika ist hier Konzept, dabei gibt es aber durchaus wiederkehrende Motive, etwa Tiere, die transportiert werden, wie und wohin bleibt unklar. Glawoggers Reflexionen werden zur Metapher einer Lebensreise, die nirgendwohin führen soll, aber schließlich doch ein Ziel findet. Der verfallene Strand-Boulevard in einer kleinen Stadt in Liberia erzählt von Glamour-Träumen, von der Utopie dieses Landes, das einst als Land befreiter amerikanischer Sklaven ein Leuchtturm der Freiheit sein wollte, aber auch vom Aufgeben der Anstrengung, von Erschöpfung und Hinnahme des Unausweichlichen. Glawogger, der schon auf der Fähre nach Liberia einen Fieberschub erleidet, nennt diese Stadt den perfekten Ort zum Sterben. UNTITLED ist ein sehr seltsamer, trauriger und persönlicher Film.

Tom Dorow

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Details

Österreich 2017, 105 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Michael Glawogger, Minoka Willi
Drehbuch: Michael Glawogger, Attila Boa
Verleih: Real Fiction
FSK: 12
Kinostart: 26.10.2017

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Österreich 2017 | Dokumentarfilm | R: Michael Glawogger, Minoka Willi | FSK: 12

Michael Glawoggers letzter Film, von seiner Mitarbeiterin Monika Willi nach dem Tod des österreichischen Regisseurs (WORKINGMAN’S DEATH, WHORE’S GLORY) fertiggestellt, ist eine Reise ohne Ziel, eine Meditation über Bewegung, Abschied und Tod.

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