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Träum was Schönes

Kindheitstrauma

Basierend auf dem autobiografischen Roman des Journalisten Massimo Gramellini erzählt TRÄUM WAS SCHÖNES von einem Sportreporter, der sich mit 40 Jahren daran macht, den unerklärlichen Tod der Mutter, das große Trauma seiner Kindheit, aufzarbeiten.

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Am Anfang tanzen der neunjährige Massimo (Nicolò Cabras) und seine Mutter (Barbara Ronchi) ausgelassen Twist. Wenig später ist die Mutter tot und keiner erklärt dem Jungen, was vorgefallen ist. Die Tragödie ereignet sich 1969 in Turin. Dreißig Jahre später kehrt Massimo (Valerio Mastandrea) in seine Heimatstadt zurück, um die Wohnung seines verstorbenen Vaters aufzulösen. Den traumatischen Verlust der Mutter hat er nie verarbeitet, das Familiengeheimnis nie gelüftet. Beim Ausräumen der Wohnung weiten sich die verdrängten Kindheitserinnerungen zu einer Panikattacke aus. Über den Notruf lernt Massimo die Ärztin Elisa (Bérénice Bejo) kennen, die ihm einen Weg aus der Krise weist...
Das Drama des italienischen Regie-Altmeisters Marco Bellocchio (MIT DER FAUST IN DER TASCHE) basiert auf dem autobiografischen Roman des Journalisten Massimo Gramellini, was sich in der introspektiven Erzählweise niederschlägt. Das Porträt des psychisch labilen Massimo, der im Verlauf der Handlung zu sich selbst findet, inszeniert Bellocchio als Stafette von Rückblenden. Alltägliche Szenen aus der Kindheit, Massimos Karriere als Sportjournalist und später Kriegsreporter zeichnen ein Charakterbild, das bei aller Melancholie auch Humor aufblitzen lässt. Große dramatische Wendungen und Zuspitzungen bleiben aus, die sanfte, altmodische Erzählweise konzentriert sich eher auf kleine Beobachtungen und schauspielerische Feinheiten. Fernsehmitschnitte stecken den jeweiligen gesellschaftlichen Kontext ab. Das passt gut ins Gesamtbild, denn Massimos unbewältigte Trauer ist eng mit äußeren Rahmenbedingungen verknüpft: Vor allem natürlich mit dem familiären Schweigen, das den Tod der Mutter zum Tabu erhebt.
TRÄUM WAS SCHÖNES war Anfang des Jahres für vier Donatellos (der italienische Oscar) nominiert.

Christian Horn

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Details

Originaltitel: Fai bei sogni
Frankreich/Italien 2016, 134 min
Sprache: Italienisch, Französisch
Genre: Drama
Regie: Marco Bellocchio
Drehbuch: Marco Bellocchio, Valia Santella, Edoardo Albinati
Kamera: Daniele Cipri
Schnitt: Francesca Calvelli
Verleih: Filmperlen
Darsteller: Fabrizio Gifuni, Emmanuelle Devos, Valerio Mastandrea, Bérénice Bejo, Linda Messerklinger
FSK: 12
Kinostart: 17.08.2017

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