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Tom of Finland

Schweigsamer Zeichner

Die Lebensgeschichte des finnischen Zeichners „Tom of Finland“, der in den 1970ern mit seinen Zeichnungen muskelbepackter Lederkerle berühmt wurde.

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Der Name Tom of Finland weckt Erwartungen. Wer mit den Zeichnungen des Künstlers vertraut ist (und das sind natürlich nicht nur, aber doch überwiegend schwule Männer), der denkt an Sex, an Kerle in Lederkluft oder Uniform, mit muskelbepacktem Oberkörper und riesigem Gemächt. Insofern ist die Überraschung nun groß, wen man Dome Karukoskis gleichnamigen Film TOM OF FINLAND sieht. Denn sonderlich viel Sex – oder männliche Geschlechtsteile – gibt es hier nicht zu entdecken.
Statt sich von den Bildern seines Protagonisten zu erotisch aufgeladenem Camp inspirieren zu lassen, erzählt der finnische Regisseur auf recht nüchterne Weise die Lebensgeschichte ihres Schöpfers. Touko Laaksonen (Pekka Strange) ist im Helsinki der Fünfziger Jahre gezeichnet von den Erfahrungen als Soldat im Zweiten Weltkrieg. Seine Homosexualität hält er geheim, denn die ist illegal, nächtliche Begegnungen im Park sind gefährlich, und nicht einmal Toukos Schwester oder die Kollegen in der Werbeagentur, wo er als Grafiker arbeitet, wissen, dass er auf Männer steht. Zunächst nur für sich selbst beginnt er damit, seine Phantasien in Form von Zeichnungen zu Papier zu bringen. Erst nach und nach teilt der schweigsame, zurückhaltende Touko seine Kunst mit anderen, später auch unterstützt von seinem Lebensgefährten Veli (Lauri Tilkanen). Doch als man in den Siebziger Jahren in Kalifornien auf die Bilder aufmerksam wird, wird Tom of Finland zu einem internationalen Phänomen – und einem Symbol der Schwulenbewegung.
Der Mangel an Sex (der dem Blick aufs heterosexuelle Publikum ebenso geschuldet sein mag wie dem grauen finnischen Alltag der Nachkriegszeit) tut der Faszination dieser gegen Ende zusehends emotionaler erzählten Künstlerbiografie keinen Abbruch. Ein klein wenig mehr Abweichen von der Biopic-Norm hätte aber doch dabei geholfen, das revolutionäre Element in der Kunst von Tom of Finland deutlicher herauszustellen.

Patrick Heidmann

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Details

Finnland 2017, 115 min
Genre: Biografie, Drama
Regie: Dome Karukoski
Drehbuch: Aleksi Bardy
Kamera: Lasse Frank Johannessen
Schnitt: Harri Ylönen
Musik: Hildur Guðnadóttir, Lasse Enersen
Verleih: MFA+ Filmdistribution
Darsteller: Lauri Tilkanen, Pekka Strang, Jessica Grabowsky, Seumas Sargent
FSK: 12
Kinostart: 05.10.2017

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Tom of Finland

Finnland 2017 | Biografie, Drama | R: Dome Karukoski | FSK: 12

Die Lebensgeschichte des finnischen Zeichners „Tom of Finland“, der in den 1970ern mit seinen Zeichnungen muskelbepackter Lederkerle berühmt wurde.

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