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Sin & Illy Still Alive

Cold Turkey in Griechenland

Zusammen mit ihrer Freundin Illy will die junge Sin durch einen Cold Turkey clean werden. Am besten weit weg von Frankfurts tristen Drogen-Moloch am Strand von Griechenland.

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Nackt steht eine junge Frau in der weißen Kälte einer Entzugsklinik. „Ich habe nur noch einen Tag“, antwortet sie verneinend auf die Frage nach Medikamenten gegen ihre Schmerzen. Dieser Satz soll noch einmal fallen - davor kommt der Rückfall. Ihr Umfeld saugt sie zurück in die neonbeleuchteten Hinterzimmer-Parallelwelten des Frankfurter Drogenviertels, wo der langersehnte Schuss gesetzt und der Fernseher zum Portal wird. Wenn das Verlangen gestillt ist, scheint es immer am einfachsten, aufzuhören. Ein „Ich versprech's dir“, hat durch seinen inflationären Gebrauch längst an Bedeutung verloren. Zusammen mit ihrer Freundin Ill(y) will Protagonistin Sin durch einen Cold Turkey clean werden. Am besten weit weg von dem tristen Drogen-Moloch, durch illegal erwirtschaftetes Geld, am Strand von Griechenland.
Die Geschichte von SIN & ILLY wirkt fast zu geradlinig, um wahr zu sein, die nüchterne Inszenierung macht den Film jedoch trotzdem glaubwürdig. Lange, beobachtende Einstellungen geben den Szenen Zeit zum Atmen. Folgen viele Anti-Drogen-Filme der konsequenten Abwärtsspirale des Drogenopfers, geht es Regisseurin Maria Hengge um die Möglichkeit des selbstbestimmten Ausstiegs, bei dem jeder Schritt nach vorn trotzdem einen halben nach hinten impliziert. „For every ailment under the sun, there is a remedy or there is none. If there be one, try to find it; If there be none, never mind it.“ („Für jedes Leiden unter der Sonne, gibt es eine Heilung, oder es gibt keine. Wenn es eine gibt, versuch sie zu finden, gibt es keine, mach Dir nichts draus.“) Welchen der beiden Wege aus dem zu Beginn des Films eingeblendeten Mother-Goose-Reim die beiden einschlagen, ist ihnen selbst überlassen. „So oft wird ihr Körper das nicht mehr mitmachen“, sagt die Ärztin in der Klinik zu Sin. Noch sind Sin & Illy am Leben. Noch können sie nach einer Heilung suchen.

Hardy Zaubitzer

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Details

Deutschland/Österreich, 71 min
Sprache: Deutsch
Regie: Maria Hengge
Drehbuch: Maria Hengge
Kamera: Peter Roehsler
Schnitt: Karina Ressler
Musik: Chorea Huntington
Verleih: Abadon Production
Darsteller: Angela Winkler, Pascale Schiller, Ceci Chuh, Ulrich Faßnacht, Cosima Ciupek
Kinostart: 01.12.2016

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