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Silence

Das Schweigen Gottes

SILENCE erzählt von zwei jesuitischen Patern, die 1637 erfahren, dass ihr Lehrer, Pater Ferreita während seiner Mission in Japan angesichts der brutalen Christenverfolgung seinem Glauben abgeschworen hat und sich auf die Suche nach ihm machen.

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Schwärze, Dschungelgeräusche. Dann Stille und das Wort: SILENCE. So beginnt Martin Scorseses neuer Film SILENCE. Später wird ein katholischer Geistlicher, der dem Glauben abgeschworen hat, sagen, in Gottes Schweigen, in der Stille, habe er seine Stimme gehört. SILENCE erzählt von zwei jesuitischen Patern, die 1637 erfahren, dass ihr Lehrer, Pater Ferreita (Liam Neeson) während seiner Mission in Japan angesichts der brutalen Christenverfolgung seinem Glauben abgeschworen hat und als Japaner in Nagasaki mit Frau und Kindern lebt. Pater Rodriguez (Andrew Garfield) und Pater Garupe (Adam Driver) bitten darum, selbst nach Japan reisen zu dürfen, um Pater Ferreira zu suchen. Vor Ort bekommen sie vor allem das Leid der zum Christentum konvertierten Japaner zu spüren, die vom Inquisitor Inoue vor die Wahl gestellt werden, entweder Christusbilder mit den Füßen zu treten oder einen grausamen Tod zu erleiden. Pater Rodriguez‘ Gebete werden nicht erhört, er hadert mit seinem Glauben, möchte die Gefolterten retten und doch Gott nicht abschwören.
SILENCE ist in vieler Hinsicht angreifbar: Man kann Scorsese übermäßige Brutalität in den zahlreichen Folterszenen vorwerfen, man kann ihm die Verherrlichung christlicher Missionsarbeit vorwerfen, die doch so oft von rassistischer Überheblichkeit und imperialen Interessen geprägt war und ist. Man kann es lächerlich oder unbeholfen finden, wenn Scorsese in einer Schlüsselszene Gott selbst sprechen lässt. Was man Scorsese nicht vorwerfen kann, ist, dass er das spirituelle Dilemma seiner Hauptfiguren und die religiös-moralischen Fragestellungen, die damit zusammenhängen, nicht ernst nehmen würde. Dass Scorsese weiß, wie man Bilder inszeniert, steht außer Frage, und in SILENCE gelingen ihm wuchtige Tableaus, die ebenso an Akira Kurosawa erinnern wie an christliche Kreuzigungsmalereien.

Hannes Stein

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Details

USA 2016, 161 min
Genre: Drama, Historischer Film
Regie: Martin Scorsese
Drehbuch: Jay Cocks, Martin Scorsese , nach einem Roman von Shûsaku Endô
Kamera: Rodrigo Prieto
Schnitt: Thelma Schoonmaker
Musik: Kathryn Kluge, Kim Allen Kluge
Verleih: Concorde Filmverleih
Darsteller: Andrew Garfield, Adam Driver, Liam Neeson
FSK: 12
Kinostart: 02.03.2017

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