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Sieben Minuten nach Mitternacht

Düster und fesselnd

Conor lebt allein mit seiner schwerkranken Mutter und in der Schule wird er gemobbt. In seinen Träumen verarbeitet er die Tage und erschafft ein hünenhaftes Monster, das ihn in seltsame Geschichten ohne glückliches Ende entführt.

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Wie geht ein Kind mit dem Verlust eines geliebten Menschen um? Patrick Ness fand in seinem Jugendbuch „Sieben Minuten nach Mitternacht“ einen phantasievollen Weg, von den Ängsten, Wünschen und Träumen eines 13-Jährigen zu erzählen, dessen Mutter Krebs hat. Von einer unbeschwerten Kindheit kann der schmächtige Conor nur träumen – doch nicht einmal das ist ihm vergönnt, denn er wird ständig von Albträumen geplagt, die seinem Alltag entspringen. Conor lebt allein mit seiner Mutter Elizabeth. Ihre Krankheit zwingt ihn dazu, seinen Tag weitestgehend auf sich gestellt zu meistern. Seine Mitschüler ziehen ihn auf, und Conor versucht, sich möglichst unsichtbar durch die Schulflure zu bewegen. Nur in seinen Zeichnungen findet er Zuflucht. Als Elizabeth schließlich zu schwach ist, um für ihn zu sorgen, kommt Conor zu seiner strengen Großmutter. In seinen Träumen verarbeitet er die Tage und erschafft ein hünenhaftes Monster, das seiner Wut Ausdruck verleiht und ihn in seltsame Geschichten ohne glückliches Ende entführt.
Das melancholische Märchen des amerikanischen Schriftstellers Patrick Ness wurde vom spanischen Regisseur Juan Antonio Bayona (DAS WAISENHAUS) beeindruckend zum Leben erweckt. Wie der Held mit dem bevorstehenden Verlust seiner Mutter umgeht, erzählt die Vorlage in phantasievollen Gleichnissen, die Bayona in albtraumhafte, kunstvoll kreierte Bilderwelten überführt. Ein wenig erinnern sie an jene seines Landsmannes Guillermo del Toro (PANS LABYRINTH), sie spielen jedoch weit weniger mit Elementen der Phantastik und wurzeln stets in der Realität. Der schottische Kinderdarsteller Lewis MacDougall überzeugt in der schwierigen Hauptrolle, während Liam Neeson mit seiner Monsterstimme den Kinosessel zum Vibrieren bringt. Ein berührendes Märchen, düster und fesselnd.

PS: Die Referenzfilme PANS LABYRINTH und DAS WAISENHAUS sind vom 6.-13.5.2017 im Filmrauschpalast zu sehen

Lars Tunçay

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Details

Originaltitel: A Monster calls
USA/Spanien 2016, 108 (Min.) min
Genre: Drama, Fantasy
Regie: Juan Antonio Bayona
Drehbuch: Patrick Ness
Kamera: Óscar Faura
Musik: Fernando Velázquez
Verleih: STUDIOCANAL
Darsteller: Sigourney Weaver, Geraldine Chaplin, Toby Kebbell, Felicity Jones, Lewis MacDougall
FSK: 12
Kinostart: 04.05.2017

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