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Queercore – How to Punk a Revolution

Antibürgerliche Intervention

Von 1985 bis 1991 veröffentlichten Bruce LaBruce und G.B. Jones das queere Punk-Fanzine “ J.D.s“. Weil es in Toronto keine queere Punkszene gab, ließen sie sich von Guy Debords situationistischem Manifest „Die Gesellschaft des Spektakels“ inspirieren und gründeten ihre eigene Bewegung.

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Yoni Leyser, der zuletzt mit dem Spielfilm DESIRE WILL SET YOU FREE die queere Berliner Partyszene porträtierte, betreibt mit QUEERCORE – HOW TO PUNK A REVOLUTION eine Art Pop-Archäologie der nordamerikanischen Szene in den 80er und 90er Jahren. Von 1985 bis 1991 veröffentlichten Bruce LaBruce und G.B. Jones das queere Punk-Fanzine “ J.D.s“. Weil es in Toronto keine queere Punkszene gab, ließen sich LaBruce und Jones von Guy Debords situationistischem Manifest „Die Gesellschaft des Spektakels“ inspirieren und gründeten ihre eigene Bewegung. Die Punks stellten sich ostentativ gegen die aus ihrer Sicht „bürgerlichen“ Bestrebungen von Gruppen wie „Act Up!“ und wendeten sich gegen „Assimilation“. Ganz klar wird aus Leysers Film nicht, ob es queere Bands wie die schwulen Pop-Punks von Pansy Division oder die lesbischen Hardcore-Bands Tribe 8 und Team Dresch, auf die sich später Riot Grrrl-Bands wie Bikini Kill, Babes in Toyland oder L7 bezogen, ohne das Fanzine nicht gegeben hätte. Kathleen Hanna von Bikini Kill erzählt aber, dass sie bei ihrem ersten Interview mit einem Mainstream-Medium die Strategie von „J.D.s“ übernommen hat: Auf die Frage, wie groß die Riot Grrl- Bewegung wäre, antwortete sie, die Szene wäre riesig und es gäbe im ganzen Land Treffen von feministischen Punk-Bands.
So liebenswert Leute wie Jon Ginoli (Pansy Division), Donna Dresch (Team Dresch) und Lynn Breedlove (Tribe 8) auch sind, fällt doch auf, dass die Szene eine rein weiße Angelegenheit war. Nur bei Tribe 8 spielte eine schwarze Bassistin mit, die im Film aber nicht zu Wort kommt. Bruce LaBruce erzählt am Anfang des Films: „Mit meinen Hakenkreuz-Ohrringen flog ich aus den Bars der sehr bürgerlichen Schwulenszene in Toronto und die Punks akzeptierten mich auch nicht.“ Damit hätte Bruce wohl auch in der nicht ganz so bürgerlichen Berliner Gay-Szene, die nicht nur räumlich enge Beziehungen zur (Post-)Punk-Szene hatte, ein Problem bekommen.

Hannes Stein

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Details

Originaltitel: Queercore: How to Punk a Revolution
Deutschland 2017, 83 min
Genre: Dokumentarfilm, Musikfilm, Gesellschaftsfilm
Regie: Yony Leyser
Drehbuch: Yony Leyser
Schnitt: Ilko Davidov, Kathrin Brinkmann
Musik: Hyenaz
Verleih: Edition Salzgeber
FSK: 16
Kinostart: 07.12.2017

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Queercore - How to Punk a Revolution

(Queercore: How to Punk a Revolution) | Deutschland 2017 | Dokumentarfilm, Musikfilm, Gesellschaftsfilm | R: Yony Leyser | FSK: 16

Von 1985 bis 1991 veröffentlichten Bruce LaBruce und G.B. Jones das queere Punk-Fanzine “ J.D.s“. Weil es in Toronto keine queere Punkszene gab, ließen sie sich von Guy Debords situationistischem Manifest „Die Gesellschaft des Spektakels“ inspirieren und gründeten ihre eigene Bewegung.

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