Entfernung über GPS
ab PLZ

Tu nichts Böses

Unerbittliche Vorstadt

Cesare und Vittorio sind jung und kennen kein Morgen. Ihre Zeit stehlen sie dem lieben Gott in Bars und Clubs, das Geld für das bisschen Leben kommt über Kleinkriminalität rein. Vittoria will raus aus dem Gangsterleben, Cesare bleibt drin. Ihre Wege trennen und kreuzen sich wieder.

Mehr

Cesare und Vittorio sind jung und kennen kein Morgen. Ihre Zeit stehlen sie dem lieben Gott in Bars und Clubs, das Geld für das bisschen Leben, das Koks und die Pillen, beschaffen sie sich über Handlangerdienste für das lokale organisierte Verbrechen. In einer Nacht des Rauschs kommt Vittorio an eine Grenze, erblickt in einer so lakonisch komischen wie berührenden Szene eine halluzinierte Endstation. Zeit vergeht, die Wege der beiden trennen sich, kreuzen sich wieder, während der eine weiter in Drogen und Gewalt seine Erlösung, und der andere in einer Art von Familie und einer Art von Arbeit Boden unter Füßen sucht.
Claudio Caligari starb 2015, knapp vor der Fertigstellung des Spielfilms, seines erst dritten in einer über dreißigjährigen Karriere an den Rändern des italienischen Kinos. Cesare teilt seinen Namen mit der heroinsüchtigen Hauptfigur aus Caligaris Debut AMORE TOSSICO, Vittorio ist auch der Vorname des Zuhälters, der in Pasolinis Film ACCATONE genannt wird. Das sind bei Weitem nicht die einzigen Fährten, die aus Caligaris letztem Werk in ein filmisches Universum römischer Außenseiter führen. Wie jene verleben Cesare und Vittorio ihre Tage in den kargen Vorstadtlandschaften um Rom und Ostia, abgeschnitten von Wegen in eine bürgerliche Existenz. Die Zeiten aber - TU NICHTS BÖSES spielt Mitte der 90er Jahre - haben sich geändert. Der Vitalismus einer Unterklasse, in dem Pasolini noch einen Aufstand gegen das gerechtigkeitslose So-Sein der Welt zu erkennen vermochte, ist einem illusionslosen und verzweifelten Raub von Statussymbolen einer unerreichbaren Welt gewichen.
Die Unerbittlichkeit der Welt, die Caligari porträtiert, infiziert nicht seinen Blick. Zögerlich fragt er danach, was zwischen zwei Menschen, die einander ein Leben lang nahe waren, bleiben kann, wenn alle Versprechen enttäuscht sind.

Sebastian Markt

Teilen
Details

Originaltitel: Non essere cattivo
Italien 2015, 100 min
Sprache: Italienisch
Genre: Drama, Krimi
Regie: Claudio Caligari
Drehbuch: Claudio Caligari, Giordano Meacci, Francesca Serafini
Kamera: Maurizio Calvesi
Schnitt: Mauro Bonanni
Verleih: missingFilms
Darsteller: Luca Marinelli, Roberta Mattei, Alessandro Borghi, Alessandro Bernardini, Valentino Campitelli, Danilo Cappanelli
FSK: 16
Kinostart: 06.04.2017

Website
IMDB

ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR.
Die Inhalte dieser Webseite dürfen nicht gehandelt oder weitergegeben werden. Jede Vervielfältigung, Veröffentlichung oder andere Nutzung dieser Inhalte ist verboten, soweit die INDIEKINO BERLIN UG (haftungsbeschränkt) nicht ausdrücklich schriftlich ihr Einverständnis erklärt hat.