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Monsieur Pierre geht online

Cyrano de Bergerac digital

Der grummelige Witwer Pierre lebt einsam in seiner Pariser Wohnung. Um ihn aufzuheitern schickt ihm seine Tochter den Freund der Enkelin, den arbeitslosen Autor Alex, vorbei, der dem Alten die Online-Welt erklärt. Pierre meldet sich denn auch bei einem Datingportal an – allerdings mit dem Foto und der Identität von Alex…

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Pierre Richard war in den frühen Achtzigern für viele die erste Berührung mit dem französischen Kino. Sein stilles, körperbetontes Spiel stand im Gegensatz zum aufbrausenden Naturell seines Landsmannes Louis de Funès. DER GROSSE BLONDE MIT DEM SCHWARZEN SCHUH machte ihn zur Legende. In den folgenden Jahrzehnten wurde es ruhig um ihn. Stéphane Robelin holte ihn für seine Ensemblekomödie UND WENN WIR ALLE ZUSAMMENZIEHEN? zurück ins Kino. Richard versprach ihm damals eine erneute Zusammenarbeit und so schrieb ihm Robelin den Monsieur Pierre auf den Leib. Der Witwer lebt einsam in seiner Pariser Wohnung. Seine Tochter Sylvie bemuttert ihn, seine Enkel meiden den grummeligen Alten. Pierre hat seit dem Tod seiner Frau das Haus kaum verlassen. Deshalb hält es Sylvie für eine gute Idee, ihrem Vater die Welt des Internets näher zu bringen. Als Coach bietet sich der Freund ihrer Tochter Juliette an, der arbeitslose Autor Alex, der gerade bei ihnen wohnt. Alex lässt sich widerwillig darauf ein, hat er doch nicht einmal das Rückgrat, Nein zu sagen. Die beiden Männer freunden sich an und Pierre meldet sich bei einem Datingportal an, flunkert dabei allerdings ein wenig mit dem Alter und nutzt Alex' Bild. Als es zum Treffen mit Flora kommt, muss Alex deshalb einspringen. Das Problem: Pierre weiß noch gar nicht, dass Alex mit Juliette liiert ist. So entspinnt sich eine amüsante Hommage an Cyrano de Bergerac, um einen heimlich Verliebten, der einem anderen Mann als Ghostwriter dient, in der vor allem Richard mit seinem zurückhaltenden Spiel glänzt. Yaniss Lespert als Alex wirkt allerdings den gesamten Film über wie ein „geprügelter Hund“, wie Pierre es gut auf den Punkt bringt, und steht beim etwas hingebogenen Ende dieser charmanten Ménage à Trois vielleicht etwas zu gut da.

Lars Tunçay

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Details

Originaltitel: Un profil pour deux
Deutschland/Frankreich/Belgien 2017, 99 min
Genre: Romance, Komödie
Regie: Stéphane Robelin
Drehbuch: Stéphane Robelin
Kamera: Priscila Guedes
Schnitt: Patrick Wilfert
Verleih: Neue Visionen
Darsteller: Fanny Valette, Pierre Richard, Gustave Kervern, Stéphane Bissot
FSK: oA
Kinostart: 22.06.2017

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