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Wenn ich es oft genug sage, wird es wahr

Countdown zur Katastrophe

Als bei seiner Mutter Krebs im Endstadium diagnostiziert wird gerät Michel in Panik – möglicherweise hat er auch Brustkrebs. Schräge belgische Komödie um einen ausgewachsenen Hypochonder und dessen erdrückend liebevolle Mutter.

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Eigentlich kann sich Michel Peneud nicht beschweren: Sicher, mit seiner Schauspielkarriere läuft es nicht so gut und der Hübscheste ist er auch nicht, wenn man nicht gerade auf Ganzkörperbehaarung steht. Aber er hat immer noch seinen Job im Elektrofachhandel und seine Freundin Aurélie ist manchmal so begeistert vom Sex mit ihm, dass sie es der ganzen Nachbarschaft mitteilen muss. Vor allem aber hat er seine Mama lieb und sie ihn. Seitdem die Ärzte bei ihr Brustkrebs diagnostiziert, ihn dann aber wieder „verlegt“ haben, lebt sie richtig auf, trinkt jeden Tag Schaumwein und gibt ihren Katzen und ihrem Kind all die Liebe, die sie hat. Aber so eine enge Beziehung ist manchmal auch anstrengend und so starrt Michel in letzter Zeit eher trübe in die Gegend, überlegt, ob die Zigarette in seinem Mund nicht eigentlich nur die Mutterbrust ersetzt und ob er nicht schon mal in einem Sarg probeliegen sollte. Gerade hat er einen Knoten in seiner Brust gefunden.
Wer glaubt, dass die Finnen das Monopol darauf hätten, aus deprimierenden Lebenssituationen lustige Filme zu wringen, wird durch WENN ICH ES OFT GENUG SAGE eines Besseren belehrt. Der schwarzweiße Belgier führt in sechs Kapiteln einen Countdown auf eine abzusehende Katastrophe durch, zeigt dabei eine Geburt und einen verfaulenden Kadaver in extremer Großaufnahme und lässt seinen Helden durch immer groteskere Situationen schlurfen, ohne dass er dabei groß eine Miene verziehen würde. Das Leben ist etwas, was Michel angetan wurde und er hält es aus, so gut er kann. Wenn er am Schluss dann doch etwas austickt, bringt ihn das ja auch nicht wirklich weiter.

Christian Klose

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Details

Originaltitel: Je me tue à le dire
Frankreich/Belgien 2016, 90 min
Genre: Tragikomödie
Regie: Xavier Seron
Drehbuch: Xavier Seron
Kamera: Olivier Boonjing
Schnitt: Julie Naas
Musik: Thomas Barriere
Verleih: Film Kino Text
Darsteller: Serge Riaboukine, Myriam Boyer, Jean-Jacques Rausin, Franc Bruneau, Fanny Touron
Kinostart: 14.12.2017

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