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Es war einmal in Deutschland

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Im Frankfurt der Nachkriegszeit versucht eine Gruppe jüdischer Überlebender, sich das Geld für die Emigration in die USA mit windigen Vertretergeschäften zu erwirtschaften. Was sie eint, ist Schauspieltalent, Erfindungsreichtum und der Wunsch, es den Deutschen heimzuzahlen.

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ES WAR EINMAL IN DEUTSCHLAND ist kein Märchen. Basierend auf den biografischen Romanen von Michel Bergmann, erzählt der Film von einer Gruppe jüdischer Überlebender, die sich unter der Leitung von David Bermann (Moritz Bleibtreu) ein Jahr nach Kriegsende zusammen tun, um das Geld für die Emigration nach Amerika zu erwirtschaften. Den Krieg haben sie alle sehr unterschiedlich erlebt, aber was sie eint, ist Schauspieltalent, Erfindungsreichtum und der Wunsch, es den Deutschen heimzuzahlen, indem sie ihnen mittels aller möglichen Hausierertricks teure Wäschepakete andrehen. Aber die Vergangenheit holt sie wieder ein, sei es in Form eines alten SS-Peinigers oder in Form von US Army Special Agent Sara Simon (Antje Traue, MAN OF STEEL), die sich sehr dafür interessiert, wieso Bermann noch einen zweiten Pass hat und wieso er auf dem Obersalzberg war. Dass er Hitler einen Witz beibringen sollte, glaubt sie jedenfalls nicht.
Die vielfältige Story von ES WAR EINMAL IN DEUTSCHLAND hätte locker Stoff für einen epischen Film oder eine Miniserie geboten. So allerdings werden sämtliche Handlungsstränge jenseits des Wäscheverkaufs und Bermanns Verhör in einer unglaublichen Knappheit abgehandelt. Auch das Erforschen von Bermanns Vergangenheit hätte mehr Zeit und Entwicklung verdient, wobei seine Charakterisierung die einzige ist, die über eine schnelle Skizze hinausgeht. Moritz Bleibtreu ist routiniert charmant und hält den Film zusammen. Antje Traue hingegen darf nur hübsch aussehen und immer wieder betonen, wie ernst es ihr mit dem Verhör ist, letztlich hat sie aber die gesammelte Autorität einer überforderten Vertretungslehrerin und landet – natürlich! – mit Bermann im Bett. Für eine leichte Komödie wäre das legitim, für einen Film, der sich dann doch gelegentlich berufen fühlt, auf die Schrecken der Judenverfolgung hinzuweisen, ist es etwas dünn.

Christian Klose

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Details

Deutschland/Belgien/Luxemburg 2017, 100 min
Genre: Komödie
Regie: Sam Garbarski
Drehbuch: Sam Garbarski, Michel Bergmann
Kamera: Virginie Saint-Martin
Schnitt: Peter R. Adam
Musik: Renaud Garcia-Fons
Verleih: X-Verleih
Darsteller: Anatole Taubmann, Moritz Bleibtreu, Antje Traue, Mark Ivanir, Anna König
FSK: 12
Kinostart: 06.04.2017

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