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Dries

Mode und Landsitz

Im März dieses Jahres präsentierte der Modedesigner Dries Van Noten seine einhundertste Schau in Paris Bercy. Der Dokumentarfilm begleitet den Belgier bei den Vorbereitungen zu diesem Event und ergattert auch ein paar Blicke auf sein Privatleben.

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Im März dieses Jahres präsentierte der Modedesigner Dries Van Noten seine einhundertste Schau in Paris Bercy. Ein guter Zeitpunkt, um einen Einblick in die Arbeitsweise van Notens zu bekommen. Reiner Holzemer, der bisher besonders für seine Dokumentarfilme über Fotografen wie Walker Evans, William Eggleston oder Anton Corbijn bekannt geworden ist, begleitete den Belgier bei den Vorbereitungen zu diesem Event. Er schaut ihm über die Schulter, wenn die Stoffe in einem monatelangen Prozess ausgewählt werden, begleitet die Fertigung der Stickereien in Indien und ist mittendrin hinter der Bühne, wenn der Stresspegel steigt und die Models auf den Laufsteg geschickt werden. Dazwischen gibt es wenige Momente zum Durchatmen für Dries Van Noten auf seinem feudalen Landsitz mit seinem langjährigen Partner. Bei der Innenausstattung legen die beiden einen ähnlichen Hang zum Perfektionismus an den Tag wie in ihrer gemeinsamen Arbeit. Urlaub ist ein Fremdwort. Undenkbar, eine Kollektion ausfallen zu lassen.
Regisseur Holzemer sagte, das Interesse, einen Film über die Modewelt zu drehen, wurde bei ihm 2011 geweckt, als er einen Zeitungsartikel über den britischen Modedesigner John Galliano las, der gerade bei Dior rausgeworfen wurde, nachdem er im betrunkenen Zustand antisemitische Sprüche losgelassen hatte. Diese Geschichte wäre vielleicht kontroverser geworden als ein Porträt des skandalfreien, sympathisch wirkenden Van Noten. Als Grund für seine Aussetzer nannte Galliano den zunehmenden Erfolgsdruck, dem er ausgesetzt war. Dieser wird auch von Dries Van Noten angesprochen. Er hat sich aber längst arrangiert und so bleibt das Thema nur eine Fußnote in einem insgesamt unkritischen, exquisit gefilmten Blick hinter die Kulissen der Modewelt im elektronischen Takt der Musik von Colin Greenwood.

Lars Tuncay

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Details

Deutschland/Belgien 2017, 90 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Reiner Holzemer
Drehbuch: Reiner Holzemer
Kamera: Reiner Holzemer, Toon Illegem, Erwin Van Der Stappen
Schnitt: Stephan Krumbiegel, Helmar Jungmann
Musik: Matthew Herbert, Collin Greenwood, Sam Petts-Davies
Verleih: Prokino
FSK: oA
Kinostart: 29.06.2017

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