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Die Wunde

Geheimes Begehren

Der Lagerarbeiter Xolani fährt in ein Camp in den Bergen, um den rebellischen jungen Kwanda beim Beschneidungs- und Initiationsritual der Xhosa als Betreuer zu begleiten. Der schwule Kwanda merkt schnell, das Xolani und dessen Macho-Freund Vija eine Beziehung verbergen.

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Der Lagerarbeiter Xolani (Nakhane Touré) fährt in ein Camp in den Bergen, um den jungen Kwanda (Niza Jay Ncoyini) beim Ukwaluka-Beschneidungs- und Initiationsritual als Betreuer zu begleiten, worum ihn die Familie des Jungen gebeten hat. Kwanda sei kein richtiger Mann, sagt der Vater, er sei in der Stadt in schlechte Gesellschaft geraten. Xolani soll einen richtigen Kerl aus Kwanda machen. Dabei hat Xolani noch einen anderen Grund, das Ritual zu begleiten: Auch sein verheirateter Freund Vija (Bongile Mantsai), mit dem er eine leidenschaftliche, geheime Beziehung führt, ist als Begleiter einer Gruppe Jugendlicher in den Bergen. Der rebellische junge Kwanda, der selbst schwul ist, durchschaut das Verhältnis zwischen Xolani und Vija schnell, und durchschaut auch, warum Vija seine geheime Homosexualität mit Zurschaustellung von übermäßiger Maskulinität kompensiert und verschleiert. Kwanda wird damit immer mehr zur Bedrohung für Xolani und Vija.
John Trengrove hat seinen Film mit einem Cast aus muttersprachlichen Xhosa-Schauspielern besetzt und das Drehbuch gemeinsam mit Thando Mgqolozana geschrieben, dessen Debütroman „A Man Who Is Not A Man“ das Ritual thematisiert. Das Ukwaluka-Ritual ist mit einem Tabu belegt, das allerdings bereits Nelson Mandela in seiner 1994 erschienen Autobiografie „The Long Walk to Freedom“ gebrochen hatte. Trengroves Film bricht aber gleich mit zwei Tabus, dem Sprechen über das Ritual und über Homosexualität, was ihm in Südafrika mehr als nur Kritik eingebracht hat. Der Hauptdarsteller, Autor und queere Popstar Nakhane Touré erzählt, dass selbst seine Mutter homophobe Flüche zu ertragen hatte, aber auch, dass er selbst während seines Beschneidungsrituals immer wieder Angebote von Hetero-Jungs bekommen hätte. DIE WUNDE ist ein intensiver, dichter Film über queeres Begehren an einem Ort, an dem es das offiziell nicht geben darf.

Hannes Stein

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Details

Originaltitel: Inxeba
Deutschland/ Frankreich/ Niederlande/ Südafrika 2017, 88 min
Genre: Drama, Gesellschaftsfilm, Liebesgeschichte
Regie: John Trengove
Drehbuch: Malusi Bengu, Thando Mgqolozana, John Trengove
Kamera: Paul Ozgur
Schnitt: Matthew Swanepoel
Musik: João Orecchia
Verleih: Edition Salzgeber
Darsteller: Nakhane Touré, Bongile Mantsai, Niza Jay Ncoyini
FSK: 16
Kinostart: 14.09.2017

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