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Die Welt sehen

Einsatznachbesprechung

Auf Zypern arbeiten die jungen Soldatinnen Aurore und Marine unter Anleitung des militärpsychologischen Teams ihren Kriegseinsatz in Afghanistan auf.

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Was soll man sonst tun im Leben, wenn nicht zum Militär gehen. Die Väter waren dabei, andere Jobs sind rar. Soldaten bekommen wenigstens die Welt zu sehen. Dazu gibt es das Versprechen von Sinn und Respekt, immerhin wird dem Vaterland gedient. Gesehen hat die Truppe Rückkehrer in Afghanistan jedoch alles andere als die Welt. Eingeigelt im Camp und bei lauernden Hinterhalten gab es jede Menge Druck, aber wenig Bereicherndes. Bevor die Männer und Frauen ins zivile Leben entlassen werden, soll eine Einsatznachbesprechung herausfinden, ob sie eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen. Während eines Aufenthalts in einem Luxushotel auf Zypern sprechen sie vor der Mannschaft über ihre Erinnerungen. Wie in Farockis ERNSTE SPIELE werden dazu 3D-Animationen komponiert, die das Kampfgeschehen veranschaulichen. Die immersiven Techniken sollen Traumata auflösen. Dass die Gesprächssituation zwischen Therapie und Assessment nicht primär das Heil der individuellen Soldaten zum Ziel hat, schafft Misstrauen. Zusätzlich bilden Drogen, aufgestauter sexueller Frust und das unerlaubte Fraternisieren mit Zyprioten einen explosiven Cocktail.
Die Regisseurinnen Delphine und Muriel Coulin richten den Blick vor allem auf zwei Soldatinnen (Ariane Labed und die Sängerin Soko). Aus der Perspektive der Frauen wird nicht nur deutlich, wie brüchig die Versprechen des Militärs im Allgemeinen sind, sondern auch, wie der „Nebenwiderspruch“ patriarchaler Unterdrückung doppelt brutal zuschlägt, nachdem eben noch im Felde Gleichheit vor der Kanone herrschte. Das durch ausbleibenden Heroismus geschwächte männliche Selbstwertgefühl muss sich durch Sexismen und Ausbrüche von Gewalt stabilisieren. Konstante Anspannung vermittelt sich über die Bilder. DIE WELT SEHEN hinterlässt ein differenziertes Bild der Nachwirkungen eines Kriegseinsatzes. Eines, das nicht rekrutierungsdienlich ist.

Anna Stemmler

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Details

Originaltitel: Voir du pays
Frankreich/Griechenland 2016, 102 min
Genre: Drama, Film über den Krieg
Regie: Delphine Coulin, Muriel Coulin
Drehbuch: Delphine Coulin, Muriel Coulin
Kamera: Jean-Louis Vialard
Schnitt: Laurence Briaud
Verleih: Peripher
Darsteller: Ariane Labed, Soko, Andreas Konstantinou, Alexis Manenti
FSK: 12
Kinostart: 09.11.2017

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(Voir du pays) | Frankreich/Griechenland 2016 | Drama, Film über den Krieg | R: Delphine Coulin, Muriel Coulin | FSK: 12

Auf Zypern arbeiten die jungen Soldatinnen Aurore und Marine unter Anleitung des militärpsychologischen Teams ihren Kriegseinsatz in Afghanistan auf.

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