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Der Tod von Ludwig XIV.

Verblassen der Zeichen

Ein König scheidet aus der Welt, langsam aber unweigerlich. Noch ein paar Scherze über den nackten Anblick gewisser Madames, Versuche, die Amtsgeschäfte weiterzuführen, eine Schar von Ärzten tuschelnd am Bettrand. Das ganze Repräsentationsdrama einer Epoche, destilliert in ein überbordendes Kammerspiel.

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Das Rascheln und Rauschen der Roben, das Flüstern der Höflinge, das Murmeln, das Hüsteln und Röcheln und Wehklagen des Königs. Das Licht, ganz kurz nur, draußen im Garten von Versailles, dann und bis ans Ende von Kerzen kommend, Schatten werfend auf das Mienenspiel der Gesichter, die sie sich um das Bett des Königs scharen.
Der König Louis XIV, der Sonnenkönig, ist hier Jean-Pierre Léaud, der ihn - wirklich - verkörpert, noch einmal groß, ganz groß, aber in den allerkleinsten Gesten und Bewegungen, Blicken, die meist schon weit jenseits seiner Gemächer reichen, wenn sie denn noch irgendwo scharf stellen.
Ein König scheidet aus der Welt, langsam aber unweigerlich. Noch ein paar Scherze über den mutmaßlichen nackten Anblick gewisser Madames, Versuche, die Amtsgeschäfte weiterzuführen, ein Gang zur Messe wird erwogen, Höflinge, die Geld erbeten, für allerlei Verrichtungen, eine Schar von Ärzten tuschelnd über des Königs nekrotische Gliedmaßen gebeugt, und beginnende Ränke, die bereits das vorbereiten, was kommt.
Nie war Albert Serras Minimalismus opulenter als hier, konzentriert auf die königlichen Gemächer in Versailles, die den bettlägerigen König beherbergen, nie durchscheinender. Serra inszeniert das ganze Repräsentationsdrama einer Epoche, destilliert in ein überbordendes Kammerspiel. In der dichten Sinnlichkeit, in der der Film seine Zeit und seine Welt imaginiert, in der Gegenwart von Léauds Spiel verblassen immer mehr die Zeichen und werden unmittelbar. Langsam zerfallen die beiden Leiber des Königs, der politische und der kreatürliche, lösen sich voneinander ab und verschwinden schließlich – bis am Ende die erschreckende Banalität eines königlichen Todes steht, die erschreckende Banalität eines jeden Todes.

Sebastian Markt

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Details

Originaltitel: La mort de Louis XIV
Frankreich/Spanien 2016, 115 min
Genre: Historienfilm, Drama
Regie: Albert Serra
Drehbuch: Albert Serra, Thierry Lounas
Kamera: Jonathan Ricquebourg
Schnitt: Albert Serra, Ariadna Ribas, Artur Tort
Verleih: Grandfilm Verleih
Darsteller: Jean-Pierre Léaud, Patrick d`Assumçao, Irène Silvagni, Bernard Belin, Marc Susini
FSK: 12
Kinostart: 29.06.2017

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Der Tod von Ludwig XIV.

(La mort de Louis XIV) | Frankreich/Spanien 2016 | Historienfilm, Drama | R: Albert Serra | FSK: 12

Ein König scheidet aus der Welt, langsam aber unweigerlich. Noch ein paar Scherze über den nackten Anblick gewisser Madames, Versuche, die Amtsgeschäfte weiterzuführen, eine Schar von Ärzten tuschelnd am Bettrand. Das ganze Repräsentationsdrama einer Epoche, destilliert in ein überbordendes Kammerspiel.

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