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Der Kreis

Private Geschichte der europäischen Schwulenbewegung

Röbi Rapp, Friseur und Travestie-Künstler und Ernst Ostertag, ein zielstrebiger Lehrer an einer Mädchenschule, haben vollkommen gegensätzliche Lebensentwürfe. In den 50er-Jahren lernen sie sich bei einem Männerball des “Kreises” kennen, einer geheimen Schwulenorganisation in Zürich, und verlieben sich trotz aller Unterschiede ineinander. Ihre Geschichte gab dem Schweizer Regisseur Stefan Haupt den Hintergrund für DER KREIS, einen Spielfilm mit dokumentarischen Einlagen, in denen die historischen Personen auch selbst zu Wort kommen.

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Röbi Rapp, Friseur und Travestie-Künstler und Ernst Ostertag, ein zielstrebiger Lehrer an einer Mädchenschule, haben vollkommen gegensätzliche Lebensentwürfe. In den 50er-Jahren lernen sie sich bei einem Männerball des “Kreises” kennen, einer geheimen Schwulenorganisation in Zürich, und verlieben sich trotz aller Unterschiede ineinander. Ihre Geschichte gab dem Schweizer Regisseur Stefan Haupt den Hintergrund für DER KREIS, einen Spielfilm mit dokumentarischen Einlagen, in denen die historischen Personen auch selbst zu Wort kommen.
Dieses Jahr bei der Berlinale mit dem Teddy für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet, ist er ein weiterer wichtiger Film über die Schwulenemanzipation. Er legt den Fokus auf die Schweizer bzw. westeuropäische Situation, die unter der Dominanz großer amerikanischer Produktionen wie MILK und den früheren, beinahe legendären gewordenen Dokumentarfilmen wie THE TIMES OF HARVEY MILK und BEFORE STONEWALL ein wenig in Vergessenheit zu geraten droht. Wo die amerikanischen Filme die Perspektive der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung auf die LGBT-Bewegung einnahmen, gewährt DER KREIS Film historische Einblicke in private Lebensräume und Lebenswelten, die nichts an Relevanz verloren haben: Während Röbi seiner Mutter gegenüber offen mit seiner Sexualität umgeht, gelingt es Ernst erst mit 70 Jahren, sich vor seinen bürgerlichen Eltern zu outen. Durch die Verschränkung von Dokumentarischem und Fiktion gelingt es dem Film beispielhaft für eine Generation von Schwulen zu sprechen und dabei unterhaltend zu bleiben. Für eine erfreuliche Überraschung sorgt zudem die Besetzung der Mutter von Röbi, einer deutschen Einwanderin in die Schweiz, mit der seit OUT OF ROSENHEIM beinahe ikonischen Marianne Sägebrecht.

Raphaël Rück

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Details

Schweiz 2014, 102 min
Sprache: Deutsch
Genre: Drama
Regie: Stefan Haupt
Drehbuch: Stefan Haupt, Christian Felix
Kamera: Tobias Dengler
Schnitt: Christoph Menzi
Musik: Federico Bettini
Verleih: Salzgeber
Darsteller: Anatole Taubmann, Marianne Sägebrecht, Matthias Hungerbühler, Sven Schelker, Stephan Witschi
FSK: 12
Kinostart: 23.10.2014

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