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Der Eid

Isländischer Selbstjustiz-Thriller

Vom Loslassen und schmerzhaften Zerfall einer Vater-Tochter-Beziehung erzählt der finnische Film DER EID im Gewand eines geradlinigen Selbstjustiz-Thrillers, an dessen Ende Papa nicht mehr der strahlende Held ist.

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Regisseur Baltasar Kormákur (EVEREST) kehrt nach einem weiteren Hollywood-Ausflug in die heimische Kälte der isländischen Berglandschaften zurück. Dort schlägt sich Finnur (Baltasar Kormákur selbst) mit seiner bereits flüggen Tochter Anna und den damit einhergehenden Problemen eines besorgten Vaters herum: Sie meldet sich nicht, zieht sich komisch an und der neue Freund macht auch keinen besonders vertrauenserweckenden Eindruck. Vom Loslassen und vom schmerzhaften Zerfall dieser Vater-Tochter-Beziehung erzählt DER EID im Gewand eines geradlinigen Selbstjustiz-Thrillers, an dessen Ende Papa nicht mehr der strahlende Held ist.
Wenn Finnur seine Tochter spontan in ihrer eigenen Wohnung besucht oder sie einen Drogenrausch auf seiner Couch ausschläft, darf Anna im Prozess der Entfremdung noch mal Papas kleines Mädchen sein, doch diese Momente der Zuneigung finden bald keinen Platz mehr in der Beziehung, so wie im Film. Bilder des (Ab-)Sterbens nehmen überhand, der Niedergang spiegelt sich in der ansteigenden Drastik der Ereignisse um Finnur herum: Durch den Versuch, einen Keil zwischen Anna und ihren drogendealenden Lover Óttar zu treiben, um sie zu beschützen, drängt sich Finnur selbst in eine Ecke, die nur verheerende Auswege bietet. Sein Vorhaben, Óttar sauber aus dem Weg zu schaffen, erweist sich dreckiger als gedacht. Auch in seinem Job als Chirurg treten zunehmend Schwierigkeiten auf. Wo er zu Beginn des Films noch souverän risikoreiche Operationen durchführt, scheitert er schließlich an seinen Ambitionen.
Immer wieder schneidet Kormákur auch andere Eltern-Kind-Beziehungen an und konzentriert sich in seiner flüchtigen Erkundung dabei vor allem auf den Schmerz, der aus den innigen Beziehungen zwischen oft so unterschiedlichen Menschen resultiert. Familie kann man sich nicht aussuchen.

Hardy Zaubitzer

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Details

Originaltitel: Eiðurinn
Island 2016, 104 min
Genre: Drama, Krimi, Thriller
Regie: Baltasar Kormákur
Drehbuch: Baltasar Kormákur, Olafur Egill Egilsson
Kamera: Ottar Gudnason
Schnitt: Sigvaldi Karason
Verleih: Alamode Filmverleih
Darsteller: Gudrun Bjarnadottir, Baltasar Kormákur, Hera Hilmar, Gisli Orn Gardarsson
FSK: 16
Kinostart: 09.02.2017

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