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Das Kongo-Tribunal

Gerichts-Theater von Milo Rau

In zwei Theater-Tribunalen – im Kongo und in Berlin – verhandelt der weltbekannte Theatermacher Milo Rau die Gewalt im Kongo und die Rolle, die einheimische Politik und internationale Wirtschaftsorganisationen dabei spielen.

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35 Frauen und Kinder liegen auf dem staubigen Platz in der Mitte des Dorfes, das jüngste Opfer ist ein gerade einmal zwei Monate altes Baby. Das Massaker ist eines von vielen, und beinahe Alltag hier im Ostkongo, wo der 20 Jahre andauernde Bürgerkrieg bereits über sechs Millionen Menschenleben gekostet hat. Der Schweizer Theatermacher und Regisseur Milo Rau ist zufällig mit seiner Kamera vor Ort, denn er recherchiert für ein Theaterprojekt, das er im Theatersaal des Collège Alfajiri in Bukavu, Hauptstadt der Provinz Sud-Kivu durchführen möchte. Im Gegensatz zum Vorgängerprojekt DIE MOSKAUER PROZESSE, bei dem er 2013 drei der aufsehenerregendsten Kunstprozesse Russlands noch einmal neu verhandeln ließ, ist DAS KONGO TRIBUNAL ein aufklärerisches und symbolisches Unterfangen ohne Vorbild, weil die schreienden Ungerechtigkeiten bislang weder vom dysfunktionalen Rechtssystem des Landes, noch von internationalen Gerichten aufgegriffen wurden.
Für das Theater-Tribunal verhört eine Expertenjury zunächst drei Tage lang 60 Zeugen, um später die unzähligen Massaker, die Korruption der Politiker und ausländischer Minenfirmen vor Ort sowie die Rolle der internationalen NGOs, UNO und Weltbank zu verhandeln. Grund für den blutigsten Konflikt des Kontinents ist ausgerechnet der natürliche Reichtum des Staates, der über 80 Prozent der weltweiten Coltan-Vorkommen besitzt, dem wichtigsten Rohstoff für Mobiltelefone und Computer. Neben dem Bürgerkrieg tobt ein erbitterter internationaler Wirtschaftskrieg, der die Bevölkerung rücksichtslos verdrängt und ihre Umwelt vergiftet. Deswegen lässt Rau in einem zweiten Tribunal in Berlin auch die Rolle der EU und der OECD untersuchen. Für die nun vorliegende filmische Dokumentation hat der Regisseur zusammen mit seiner Cutterin Katja Dringenberg die komplexen Ebenen der Vor-Ort-Recherche und der beiden simulierten Prozesse eindrucksvoll zusammengeführt.

Jens Mayer

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Details

Originaltitel: Das Kongo Tribunal
Deutschland/Schweiz 2017, 100 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Milo Rau
Drehbuch: Milo Rau
Kamera: Thomas Schneider
Schnitt: Katja Dringenberg
Musik: Marcel Vaid
Verleih: Real Fiction
FSK: 12
Kinostart: 16.11.2017

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Das Kongo-Tribunal

(Das Kongo Tribunal) | Deutschland/Schweiz 2017 | Dokumentarfilm | R: Milo Rau | FSK: 12 | NEUSTART

In zwei Theater-Tribunalen – im Kongo und in Berlin – verhandelt der weltbekannte Theatermacher Milo Rau die Gewalt im Kongo und die Rolle, die einheimische Politik und internationale Wirtschaftsorganisationen dabei spielen.

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