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Abluka – Jeder misstraut jedem

Eskalierende Paranoia

Kadir wird überraschend aus dem Gefängnis entlassen - unter der Bedingung, dass er seinen Job als Müllmann nutzt um Informationen über Regimegegner zu sammeln. In seinen immer ausführlicher werdenden Berichten steigert Kadir sich immer mehr in Paranoia hinein. Düstere Zukunftsvision der Türkei.

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In einer Art gegenwärtigen Zukunft hat Emin Alper seinen düsteren, durch und durch pessimistischen Film ABLUKA – JEDER MISSTRAUT JEDEM angesiedelt, in einer Türkei, die zwar in weiten Teilen wie die Gegenwart aussieht, aber doch eine Zukunft beschreibt, in der das Misstrauen jegliche zwischenmenschliche Beziehungen zersetzt.
Hauptfigur ist Kadir, der nach gut 20 Jahren überraschend aus dem Gefängnis entlassen wird, allerdings nur unter einer Bedingung: Er soll als Spitzel agieren, seinen Job als Müllmann (!) nutzen, die Augen offenhalten, auch im wahrsten Sinne des Wortes im Müll suhlen, um Informationen über mögliche Regimegegner zu sammeln. Auch sein jüngerer Bruder Ahmet, der sich kaum noch an ihn erinnert und ebenfalls im Dienste des Staates steht, ist verdächtig: Er erschießt streunende Hunde, die die Straßen unsicher machen, hält sich aber verbotenerweise ein Tier in der Wohnung. Im Versuch, seinem Auftraggeber gerecht zu werden, schreibt Kadir immer ausführlichere Berichte, notiert jede Kleinigkeit, wähnt überall Verrat, so dass die Paranoia bald sein ganzes Wesen durchsetzt.
Wohl nur als vorgebliche Dystopie war es möglich, einen Film wie ABLUKA in der gegenwärtigen Türkei zu drehen, die sich zunehmend in das Staatswesen verwandelt, das Emin Alper in seinem zweiten Film beschreibt. Die Willkür des Erdogan-Regimes, Massenverhaftungen und Misstrauen nehmen immer mehr zu und mit ihr die Paranoia, der Verdacht, dass hinter Freunden und Bekannten möglicherweise Agenten des Regimes lauern könnten. Konsequent, ja geradezu nihilistisch erzählt Alper von einer Gesellschaft, die im Film noch düstere Zukunftsvision ist, in der Wirklichkeit allerdings zunehmend Realität zu werden scheint.

Michael Meyns

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Details

Originaltitel: Abluka
Türkei 2015, 119 min
Genre: Drama
Regie: Emin Alper
Drehbuch: Emin Alper
Kamera: Adam Jandrup
Schnitt: Osman Bayraktaroglu
Musik: Cevdet Erek
Verleih: Grandfilm
Darsteller: Tülin Özen, Ozan Akbaba, Mehmet Ozgur, Berkay Ates, Müfit Kayacan
Kinostart: 07.09.2017

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Abluka - Jeder misstraut jedem

(Abluka) | Türkei 2015 | Drama | R: Emin Alper

Kadir wird überraschend aus dem Gefängnis entlassen - unter der Bedingung, dass er seinen Job als Müllmann nutzt um Informationen über Regimegegner zu sammeln. In seinen immer ausführlicher werdenden Berichten steigert Kadir sich immer mehr in Paranoia hinein. Düstere Zukunftsvision der Türkei.

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